Kommentar
SackgasseVon Helmuth Klausing
Die Idee ist gut. Schneller bezahlen mit der Bankkarte – ohne PIN, ohne Unterschrift. Für kleine Beträge ist das Risiko kalkulierbar. Doch neu ist das alles nicht. Schon mit der „Geldkarten“-Funktion auf den meisten Maestro-Karten lässt sich ein Betrag speichern und zum Bezahlen beispielsweise an der Parkuhr abrufen. Damals sollte die „Geldkarte“ das bargeldlose Bezahlen revolutionieren, McDonald’s rüstete seine Filialen aus, manche andere Händler machten auch mit. Geholfen hat das nichts. Die „Geldkarte“ fristet nach wie vor ein Schattendasein. Warum sollte „Girogo“ ein anderes Schicksal beschieden sein? Der Hauptunterschied besteht darin, dass die neue Karte am Lesegerät nur aufgelegt statt hineingeschoben werden muss. Der entscheidende Fortschritt steckt woanders: Die Funktechnik, die das berührungslose Bezahlen ermöglicht, ist dieselbe, die in immer mehr Mobiltelefonen steckt. Wenn das Handy sich damit zum Bezahlen an der Supermarktkasse eignet, ist der Erfolg dieser Funktechnik nicht mehr aufzuhalten. Das Portemonnaie mag man mal zu Hause liegen lassen. Aber wer vergisst schon, sein Handy mitzunehmen, wenn er aus dem Haus geht? Die „Girogo“-Karte braucht dann keiner mehr.