Kommentar
Gewinner der KriseVon Dirk Stelzl
Euro-Krise, Konjunktureinbruch, Rezessionsgefahren – davon merken Bau- und Handwerksfirmen bisher wenig. Nach dem Boom im vorigen Jahr traut sich die Bauindustrie für 2012 noch ein Umsatzplus zu – trotz der Unsicherheiten, die mit der Staatsschuldenkrise im Euro-Raum verbunden sind.
Die Branche hat Grund zur Zuversicht. Sie profitiert nicht nur davon, dass die Wirtschaft mehr in Bürogebäude und Fabrikhallen investiert. Vor allem gehört sie zu den Gewinnern der Finanzkrise: Niedrige Zinsen, die Unsicherheit wegen der Finanzmarktturbulenzen und die Furcht vor einer Inflation haben die Immobilie wieder zu einem gesuchten Anlageobjekt gemacht. Verbraucher und Anleger wollen auf der sicheren Seite sein. Sie bringen ihre Häuser auf Vordermann, modernisieren Heizungen oder verbessern die Dämmung. Andere wagen es, sich ein Eigenheim anzuschaffen. Dies ist eine willkommene Entwicklung, denn nach Jahren mit eher geringem Wohnungsbau besteht Nachholbedarf. Dennoch ist die Bauwirtschaft vor Einbußen nicht gefeit. Sollte sich die Schuldenkrise zuspitzen und die Konjunktur darunter leiden, ginge dies an der Branche nicht spurlos vorbei.