Kommentar
ExtremVon Stefan Winter
Die Börsenaspiranten stehen im Moment nicht gerade Schlange, die Lage scheint den meisten Unternehmen zu unsicher. Facebook ist das egal – weil das Unternehmen zurzeit in einer eigenen Liga spielt, und weil die Investoren der Gründerjahre endlich Geld sehen wollen. Sie drängeln schon lange, den sorgsam aufgebauten Hype um das Netzwerk zu nutzen. Man weiß ja nicht, wie lange er anhält. Im Moment ist Facebook ein einziger Superlativ, hochprofitabel und rasend schnell wachsend. Genauso schnell wuchs in den vergangenen Monaten der geschätzte Unternehmenswert, zuletzt in die Gegend von hundert Milliarden Dollar. Bei einem Unternehmen dieser Größe braucht es dafür selbst in der IT-Branche eine Menge Fantasie – zum Beispiel den Glauben, dass das Wachstum wie am Lineal gezogen weitergeht. Das wird schon deshalb schwierig, weil China dem Netzwerk wohl kaum die Tür öffnen wird. Stattdessen erschließen Anbieter von dort aus Asien. In der wichtigsten Wachstumsregion der Welt hat Facebook seine größte Schwäche. Kommt der Börsengang im Frühsommer, wird schon die knappe Zahl der Aktien Peinlichkeiten bei der Kursentwicklung verhindern. Doch auf längere Sicht wird es Facebook schwer haben, die extremen Erwartungen zu erfüllen.
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