Kommentar
Der letzte SchrittVon Jens Heitmann
Für Michael Frenzel wäre es schön, wenn der Verkauf der TUI-Anteile an Hapag-Lloyd noch vor der Hauptversammlung im Februar über die Bühne ginge. Auch wenn die Aktionäre positive Nachrichten von ihrem Unternehmen nicht mehr gewohnt sind, könnte der Konzernchef mit Beifall rechnen. Eine Einigung mit dem Hamburger Konsortium Albert Ballin würde den letzten Schritt auf dem Weg zum reinen Reisekonzern ermöglichen. Ganz so schnell wird es aber nicht gehen, weil für beide Seiten viel auf dem Spiel steht: Die Mehrheitseigentümer an der Alster haben nicht das Geld, um die TUI auf einen Schlag auszuzahlen. Wenn sie den Verkauf an einen ausländischen Investor verhindern wollen, müssen sie einen Kompromiss finden, der auch den Hannoveranern nutzt. Nach Lage der Dinge kann das aus Hamburger Sicht nur die Vereinbarung eines hohen Kaufpreises sein – allerdings ohne Verpflichtung, gleich das ganze Hapag-Paket übernehmen zu müssen. Auch für die TUI kann sich das auszahlen. Angesichts des Preiskampfes in der Branche ist es fraglich, ob der Konzern auf dem freien Markt mehr Geld für Hapag herausschlagen könnte. Hinzu käme der politische Ärger, der schon einmal einen Verkauf verhindert hat.
KOMMENTAR