Kommentar

Bestanden
Von Albrecht Scheuermann

Es gibt Lichtblicke in der Schuldenkrise. Zum Beispiel die Ergebnisse der jüngsten Staatsanleihen-Auktionen von Italien und Spanien. Die Nachfrage nach den Papieren war hoch, die Konditionen für die Schuldner günstiger als zuvor. Die Investoren schätzen offensichtlich die Kreditwürdigkeit der beiden Südländer wieder besser ein.

Dafür gibt es Gründe, denn sowohl in Italien als auch in Spanien unternimmt die Regierung Schritte, um aus der Schuldenfalle herauszukommen. Allerdings ist zu früh, das Ende der Krise auszurufen. Der erste Test ist bestanden, weitere werden folgen. Außerdem gibt es aus dem Süden nicht nur gute Nachrichten: Griechenland hangelt sich weiter am Rande des Staatsbankrotts entlang. Die Reformen kommen nicht voran, die Wirtschaft stürzt ab – und zu allem Überfluss verweigern sich viele private Gläubiger dem vereinbarten Schuldenschnitt. Auch sollte man nicht vergessen, dass die Europäische Zentralbank die Märkte mit Geld geflutet hat, um die Banken vor dem Absturz zu bewahren. Dieses Geld will angelegt sein, zum Teil fließt es auch in die Staatsanleihenmärkte. Das ist richtig. Dennoch sollte man den Erfolg nicht kleinreden. Es gibt Chancen, dass das Jahr 2012 die Wende bringt.

Artikel vom 12.01.2012 - 21.20 Uhr
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