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Nach Razzia in Bordell-Betrieb: Stadt behält „Residenz“ im AugeBarsinghausen (wk). Nach der Razzia in der „Hardcore Residenz“ an der Steinklippenstraße in Barsinghausen (wir berichteten) stellt sich die Frage, was aus dem Bordell nun wird. „Das kann ich so nicht beantworten“, sagte auf Anfrage der Erste Polizeihauptkommissar Frank Buth von der Landespolizeidirektion Stuttgart, die die internationalen Ermittlungen gegen einen Menschenhändlerring zusammen mit der Stuttgarter Staatsanwaltschaft und dem Hauptzollamt Stuttgart durchführt.
Buth verweist auf die zuständigen Behörden vor Ort. Der Erste Stadtrat Marc Lahmann, der schon vor der Razzia am Sonntag von den Behörden über die verdeckten Ermittlungen in Kenntnis gesetzt worden war, erklärte auf Anfrage, dass die Barsinghäuser Stadtverwaltung den Betrieb an der Steinklippenstraße auf alle Fälle weiter im Auge behalten wird. Zunächst sei es sicherlich sinnvoll, zwei bis drei Tage abzuwarten, meinte Lahmann. Dann werde sich zeigen, ob der Rotlicht-Betrieb überhaupt weitergeführt wird.
Die Stadt werde gegebenenfalls genau prüfen, ob Verstöße gegen das Gaststättenrecht oder andere Vorschriften vorliegen. Falls festgestellt werden sollte, dass in dem Haus an der Steinklippenstraße ein Gewerbe betrieben wird, für das es keine Genehmigung gibt, besteht die Möglichkeit, eine formelle Gewerbeuntersagung einzuleiten.
Der Erste Polizeihauptkommissar Frank Buth geht davon aus, dass sich das gesamte Ermittlungsverfahren noch eine ganze Weile hinziehen wird. Noch in der Nacht zum Montag sei ein weiterer Tatverdächtiger vorläufig festgenommen worden, sodass sich die Zahl der festgenommenen Personen auf nunmehr sieben erhöht hat.
Polizei und Zoll hatten am Sonntag in einer konzertierten Aktion 44 Objekte in fünf Bundesländern sowie in Rumänien und Spanien durchsucht. Gemeinsames Ziel war es, einen international tätigen Menschenhändlerring zu zerschlagen, der mit jungen Frauen aus Rumänien Bordelle betreibt. Eines dieser Bordelle, in denen sogenannter „Flatrate-Sex“ angeboten wird, ist die „Hardcore Residenz“ in Barsinghausen.
Freiwillig gingen die jungen Frauen diesem Gewerbe offensichtlich nicht nach – sie wurden unter dem Vorwand einer Beschäftigung in der Gastronomie nach Deutschland gelockt und anschließend unter Androhung von Repressalien gegen ihre Familien zur Prostitution gezwungen.
Steuern zahlten die Bordellbetreiber übrigens nicht. Auf der Internet-Seite der Barsinghäuser „Hardcore Residenz“ heißt es dazu im Impressum: „Steuernummer: Wird nachgereicht“...