Startseite
Obernkirchen
Druckansicht

Exakte Lichtführung ist extrem wichtig

Holger Kneifel hat sich dem „Light Painting“ verschrieben
Farbenfroh und mit einem scheinbar im Raum schwebenden, kugelförmigen Lichtobjekt: die Stiftskirche, wie sie der „Light Painting“-Fan Holger Kneifel sieht.  wk
Farbenfroh und mit einem scheinbar im Raum schwebenden, kugelförmigen Lichtobjekt: die Stiftskirche, wie sie der „Light Painting“-Fan Holger Kneifel sieht. wk

Obernkirchen. „Die Dunkelheit ist eine Leinwand“, sagt Holger Kneifel – und damit gibt er schon mal einen ersten Hinweis, worum es bei seiner Kunst geht. Nämlich um „Light Painting“, oder wie es auf Deutsch heißt: „Lichtmalerei“. Eine Spielart der Fotografie, die auf extremen Langzeitbelichtungen in dunklen Räumen sowie des Nachts in der freien Natur oder etwa in einem urbanen Umfeld basiert. Zum Einsatz kommen hierbei eine digitale Kamera, ein stabiles Stativ und verschiedene „Lichtwerkzeuge“.

In der Praxis läuft das Ganze so ab, dass sich Kneifel zunächst eine interessante Location sucht, die er mittels Lichtmalerei in Szene setzen möchte. Entscheidend ist, dass es dort zum Zeitpunkt der Fotosessions möglichst dunkel ist. Denn nur dann sind mehrere Minuten lange Belichtungszeiten möglich, während der er mit seinen Lichtwerkzeugen Formen und Farben in die Dunkelheit malt. Als „Pinsel“ verwendet er dabei lichtstarke Taschenlampen in Kombination mit farbigen Folien, bunte Partylämpchen, LED-Leuchtstäbe und -schläuche, jede Menge selbst gebauter Gerätschaften mit LED-Technik und mitunter sogar pyrotechnische Artikel.

Die Kunst beim „Light Painting“ besteht nun darin, mit den jeweiligen Lichtwerkzeugen in der Zeit, da der Verschluss der Kamera geöffnet ist und die Aufnahme belichtet wird, genau definierte Bewegungen auszuführen, die dann als eindrucksvolle Lichtobjekte auf dem Foto festgehalten werden. Durch gezieltes Illuminieren von Gegenständen und Hintergründen mit farbigem Taschenlampenlicht können zudem bestimmte Akzente gesetzt werden.

„Es ist extrem wichtig, dass man das Licht exakt führt“, betont Kneifel. Daher habe er sich auch diverse Geräte gebaut, die allein dazu dienen, einzelne Lichtwerkzeuge um einen vordefinierten Punkt herum im Raum zu drehen, damit diese Lichtquellen auf den Fotos entsprechende Lichtspuren erzeugen. An Montageständern befestigte, auf Achsen rotierende Fahrradfelgen zum Beispiel seien für derlei Zwecke sehr gut geeignet. Daneben hat er etliche Eigenkonstruktionen, die andere wiederholbare Bewegungsabläufe ermöglichen.

Auf derartige Art und Weise ins Licht gerückt hat der 42-jährige Wahl-Obernkirchener, der hauptberuflich als Tischler in der Möbelbranche tätig ist, in der Bergstadt unter anderem den Innenraum der Stiftskirche, das Sonnenbrinkbad und den Bahnhof. In der Kirche beispielsweise hatte er sich im vergangenen Jahr an mehreren Nächten (stets mit Genehmigung der Kirchengemeinde, versteht sich) über Stunden eingeschlossen, um seine für dieses Gebäude im Vorfeld detailliert ausgearbeiteten Bildideen in die Tat umzusetzen.

Was ihn am „Light Painting“ reizt? Eben bekannte Orte besonders in Szene zu setzen und ihnen so eine ganz neue Anmutung zu geben, verrät Holger Kneifel. Zudem konzipiere er seine Fotografien mitunter auch so, dass diese eine Geschichte erzählen. Welche genau, liegt dabei letztlich im Auge des Betrachters.

Weitere Informationen zu Holger Kneifel und seinen Lichtmalereien gibt es auf seiner Homepage www.lightworxx.com

Artikel kommentieren






Kinotrailer
e-Paper
Online Service-Center


© C. Bösendahl GmbH & Co. KG