Rinteln
Zu wenig Auslauf macht Schulkinder aggressivDer Anbau der Grundschule Exten bereitet dort viel Freude, bei den Außenanlagen, dem Schulhof und den Duschen der Sporthalle warten Kinder und Kollegium aber noch auf Verbesserungen. Die Fluchttreppe (vorn) soll in Kürze wieder an das Gebäude – als Fluchtweg aus dem Obergeschoss. Foto: tol
Exten (dil). Eigentlich ist die Grundschule Exten zufrieden mit ihrem Anbau, in dem seit 10. August der Mensabetrieb für die Ganztagsschule läuft. Küche, Pausenhalle, Anbindung an das Schulgebäude, Farbgestaltung durch Sandra Schauer – Schulleiterin Barbara Roth war in ihrem Bericht an den Ortsrat zunächst voll des Lobes. Doch dann ging es um die Außengestaltung – und es hagelte Kritik.
„Ich bin unglücklich, das am Außengelände so wenig passiert. Der Spielplatz ist eine Katastrophe. Baudezernent Reinhold Koch und die GVS wollten einen Vorschlag erarbeiten, aber bisher liegt uns nichts vor. Der ganze Schulhof ist sanierungsbedürftig“, sagte Roth. „Es gibt viel Aggression unter den Kindern, weil sie keinen Platz haben, sich auszutoben.“ Der Förderverein würde sich an der Finanzierung der Schulhofgestaltung beteiligen. Konkret gehe es Kollegium und Förderverein um die Zusammenlegung der beiden bisherigen Schulhöfe.
Der Erste Stadtrat Jörg Schröder sicherte zu, zu klären, was die Stadtverwaltung für die Schulhofgestaltung zugesagt habe. Das Außengelände müsse noch hergerichtet werden, die Außentreppe werde wieder angebracht.
Doch Roth legte sogar noch nach. Die Duschen seien kaum noch zumutbar, die Kinder würden sie kaum noch benutzen. Die Sporthalle wird aber auch von den Vereinen benutzt. Ortsbürgermeister Thorsten Kretzer bestätigte: „Das Wasser läuft dort so schlecht ab, dass jeder weitere Nutzer in dem Becken noch im dreckigen Wasser seines Vorgängers steht.“
Der Ortsrat nahm die Schulhofumgestaltung und die Instandsetzung der Duschen in seinen Forderungskatalog für den städtischen Haushalt 2011 auf.
Der eingeschossige Anbau soll mit einem kleinen Fest nach den Herbstferien offiziell eingeweiht werden. Der Termin stehe aber noch nicht fest, so Roth. Im Anbau befindet sich die Bibliothek – angegliedert an die Pausenhalle. In die ehemalige Bibliothek ist ein Ruheraum gekommen. Die Küche der früheren Mittelpunktschule (damals für Hauswirtschaftsunterricht genutzt) ist jetzt Küche und Mensa in einem.
Zufrieden zeigte sich Roth dagegen mit der bisherigen Zusammenarbeit mit der Grundschule Krankenhagen. Dort ist sie seit Schuljahresbeginn kommissarische Leiterin, da sich niemand um die Nachfolge der dort ausgeschiedenen Leiterin Antje Kronenberg beworben hatte. Mittelfristig sei ein Zusammenschluss der beiden doch relativ kleinen Grundschulen zu erwarten. Zurzeit sei sie immer mittwochs in Krankenhagen, vormittags Unterricht, nachmittags Verwaltungsarbeit. Beide Schulen hätten schon eine gemeinsame Schulkonferenz abgehalten. Die Kollegien würden eine engere Zusammenarbeit begrüßen. In Krankenhagen gebe es derzeit 73 Schüler, in Exten sind es 136, Tendenz jeweils sinkend.
„Den Schulstandort zu wahren, finde ich wichtig“, sagte Roth. „In Krankenhagen gibt es die nächsten vier Jahre wohl genug Kinder für eine neue erste Klasse. Wenn es aber zweimal nur zwölf neue Schüler sind, würden diese vielleicht gemeinsam in einer Klasse unterrichtet.“