Rinteln
Wieder mehr „dicke Pötte“ auf der WeserAuf dem Weg zu neuer Ladung an der Oberweser: Die „Otrate“ unterquert die Rintelner Weserbrücke. Foto: who
Rinteln/Hannoversch Münden (who). Bislang reiben sich alte Rintelner, die mit dem Anblick von Schleppzügen und Moorschiffen auf der Weser aufgewachsen sind, noch verwundert die Augen. Denn seit geraumer Zeit ziehen immer öfter Frachtschiffe von erheblicher Größe unter den beiden Brücken im Stadtbereich hindurch.
Die „Otrate“ der Schifferfamilie Rüffer aus Lemförde gehört dazu und ist eins der modernsten Frachtschiffe, die in Abständen Rinteln passieren, wenn der Wasserstand der Weser dafür ausreicht, wie zurzeit infolge des Hochwassers.
Dass in jüngster Zeit neben den gewohnten Ausflugsschiffen wieder richtig große Frachter auch auf der Oberweser unterwegs sind, liegt daran, dass der Schütt- und Stückgut-Transport zu Wasser für etliche Anrainer-Unternehmen wieder wirtschaftlich geworden zu sein scheint.
Mit einer Länge von gefühlt über 80 Metern gehört die „Otrate“ mit ihrem 960 PS starken Hauptantrieb zu den modernsten Weserschiffen und ist auch auf vielen anderen Flüssen und Kanälen in Deutschland sowie im europäischen Ausland unterwegs. Ihr Laderaum ist 51,25 Meter lang und bis zu 7,40 Meter breit sowie bis zu vier Meter hoch. Dazu kann sie 1531 Tonnen Fracht zuladen.
Einer der Kunden für die Reederfamilie Rüffer ist die Richter Maschinenfabrik AG aus Hessisch Lichtenau, die unter anderem großformatige Teile für Offshore-Windenergieanlagen baut, die wenn überhaupt, nur unter größtem Logistikaufwand über die Straße zu transportieren wären. Bis zu 300 Tonnen schwer sind diese Bauteile, wobei beim Straßentransport nur Lasten bis zu 130 Tonnen möglich seien. So die Auskunft auf Anfrage in Hessisch Lichtenau.
Peter Kröger aus Heinsen vom Hafenverein Hameln, beobachtet, fotografiert und filmt regelmäßig die durchfahrenden Frachtschiffe auf ihrem Weg zur Oberweser und zurück. Er weiß, dass die „Otrate“ unter anderem auch Raps für einen Silo-Betrieb in Beverungen fährt und hat erfahren, „dass es möglich ist, dass auch andere Silobetriebe Fracht verladen wollen“. Dabei dürfte besonders die Weserumschlagstelle Hann. Münden eine Rolle spielen, über die früher große Mengen Kali verschifft wurden, jetzt eben Windenergieanlagen.