Bückeburg

„Wenn wir dürfen, kommen wir nächstes Jahr gerne wieder“
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Bückeburg (bus). Das Bürgerbataillon der Ex-Residenz hat am Freitag ein Grünkohlessen bemerkenswerter Fasson gefeiert. Die jetzt zum sechsten Mal in der Schloss-Remise organisierte Traditionsveranstaltung wird – man kann es drehen und wenden, wie man will – um einige Sondereintragungen im Bataillonsgeschichtsbuch nicht herumkommen. Dass dabei dem außergewöhnlich guten Besuch, laut Vorsitzendem Martin Brandt „noch nie so gut wie heute“, eine eher zu vernachlässigende Rolle vorbestimmt ist, wird keine verdrießliche Erinnerungen hervorrufen.

Wesentlich wichtiger dürfte sein, dass mit dem 2012er Grünkohl auf gleich dreifache Art und Weise das Ende eines bislang (mit der seinerzeitigen Ausnahme von Bürgermeisterin Edeltraut Müller) ausschließlich den „Herren der Schöpfung“ vorbehaltenen Vergnügens eingeläutet worden ist. Zum einen zählten mit Anneke Hazelbach de Waal, Joke van Gelderen und Tamara Vennrooy drei Frauen zu der aus der niederländischen Partnerstadt Zuidplas angereisten Delegation, denen schon aus Gründen der Gastfreundschaft niemand den Zutritt verwehren mochte. Zum anderen hatte im Vorfeld der Veranstaltung weitgehend Einigkeit darüber geherrscht, dass den weiblichen Mitgliedern der Eskadron als festen und bewährten Mitgliedern des Bataillons die Teilnahme zugestanden werden sollte. Und schließlich war es Hausherr Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, der – im zweiten Anlauf – den Platz neben sich für eine Tischdame reserviert wissen wollte.

Das ringsum von herzlichem Beifall begleitete erste Erscheinen des Schlossherren, der in diesem Jahr zum ersten Mal an einem Remisen-Grünkohlessen teilnahm, schien zunächst von nur kurzer Dauer zu sein. Alexander ergriff kurz das Wort, brachte seine Verbundenheit zum Bataillon und wenig später zum Ausdruck, dem Treffen wegen anderer Verpflichtungen leider wieder den Rücken kehren zu müssen. Umso überraschter und erfreuter zeigte sich die von einer stattlichen Zahl Prominenter durchsetzte Festgesellschaft über die alsbaldige Rückkehr des Adligen – diesmal in Begleitung einer aus Dänemark stammenden Cousine.

Interessanterweise brachten etliche der weiblichen Premierengäste viel Verständnis für die Vorliebe der Männer zum Ausdruck, einmal jährlich in großer Runde unter sich sein zu wollen. Die Einbeziehung von Frauen stelle ein recht sensibles Thema dar, mit dem man nicht zuletzt ob des traditionellen Aspektes vorsichtig umgehen sollte, war von den Amazonen der Eskadron zu vernehmen. „Bei noch mehr Frauen macht ihnen die Feier womöglich eines Tages keinen Spaß mehr.“ Gleichwie hätten sie sich sehr wohlgefühlt. „Eigentlich mag ich gar keinen Grünkohl, aber heute hat er mir sehr gut geschmeckt“, merkte eine Reiterin an. Und alle zusammen: „Wir kommen, wenn wir dürfen, im nächsten Jahr selbstverständlich gerne wieder.“

Eine Bildergalerie zum Grünkohlessen finden Sie im Internet unter www.landes-zeitung.de „Lokales“.

Artikel vom 30.01.2012 - 00.00 Uhr
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