Rinteln

Vereine: „Wir wollen genau wissen, wer wie abstimmt“

Rinteln (crs). Heute Abend steht die Zukunft der Rintelner Vereine auf dem Spiel. Durchaus so drastisch sehen es die Vereinsvertreter, die das Votum des Stadtrats zum Thema Hallennutzungsgebühren ab 19 Uhr live im Ratskellersaal verfolgen wollen. „Sehr interessiert“ sei man am Ergebnis der Sitzung, kündigt VTR-Chef Karl-Heinz Frühmark „große Präsenz“ an. Und Arnd Richarz ergänzt, was ihn und seine Mitstreiter vom TSV Krankenhagen besonders interessiert: „Wir wollen genau wissen, wer wie abstimmt.“

Die Vereine, daraus machen sie keinen Hehl, sind enttäuscht von der Politik. Und befürchten schlimme Konsequenzen, sollten die umstrittenen Gebühren tatsächlich kommen. Die Beiträge würden explodieren, das von Erwachsenen für Jugendliche getragene Solidarsystem zusammenbrechen, Mitglieder wegbleiben: Diese negativen Auswirkungen der Gebühren haben 15 Rintelner Vereine in einem Pressegespräch und in einem Schreiben an alle Ratsmitglieder dargelegt.

„Eine stetige Abwärtsspirale“ sieht TSV-Chef Richarz kommen: Durch die Hallengebühren müssen die Vereine die Mitgliedsbeiträge erhöhen, dadurch bleiben Mitglieder weg, was wiederum dazu führt, dass die Hallengebühren von immer weniger Freizeitsportlern getragen werden müssen – logische Konsequenz: Noch höhere Beiträge, noch weniger Mitglieder.

„Das können wir schlicht nicht stemmen!“, malt auch Dr. Ulrich Krause, Vorsitzender des TSV Eintracht Exten, den Teufel an die Wand: „Im ärgsten Fall müssen wir den Sportbetrieb einstellen.“ Diese Prognose sei „nicht düster gemalt, sondern Realität“, betont Frühmark – „dann spielen wir nicht mehr!“, hat die erste Damen-Mannschaft der Handballspielgemeinschaft Exten-Rinteln bereits angekündigt. Christian Winter von der HSG kritisiert, dass die Hallengebühren auch jene Ehrenamtlichen treffen, die nicht allein vom Angebot profitieren, sondern sich als Trainer und Betreuer aktiv einbringen: „Das trägt keiner mit“, befürchtet er. Und sieht schwarz fürs Ehrenamt: „Dann hat man irgendwann einfach keine Lust mehr.“

Artikel vom 10.03.2010 - 23.00 Uhr
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