Rinteln
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„Unsere Katzen sind einfach spurlos verschwunden“

Vier Tiere aus Nachbarschaft in Nordstadt verschwunden / Besitzer vermutet das Werk eines Katzenfängers
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Klaus Motzko mit der letzten ihm noch verbliebenen Katze „Gismo“. Im Hintergrund der verschwundene „Gerry“. Foto: mld

Rinteln/Eisbergen (mld). Klaus Motzko ist weder Hunde- noch Katzenmensch, er ist beides. Seine Frau und er haben sich bislang ihr Haus mit drei Katzen und einem Hund geteilt. Bislang. Denn seit über einem Monat vermisst Motzko zwei Katzen – genauso wie sein Nachbar.

Motzko vermutet dahinter keinen Zufall: „Die Katzen sind einfach spurlos verschwunden.“ In der Nachbarschaft rund um den Schillerweg in der Nordstadt kenne man sich, auch die beiden Kater, die Motzko jetzt fehlen, seien bekannt gewesen. Dass der pechschwarze „Gerry“ und der braun-weiß gemusterte „Snoopy“ einen Unfall hatten, schließt Motzko aus: „Auch ihre Leichen wurden nirgendwo gefunden.“

Er vermutet, dass ein Katzenfänger am Werk ist, da auch die beiden Nachbarskatzen in demselben Zeitraum verschwanden wie Gerry und Snoopy. Ersterer, sechs Jahre alt, setze im Winter ansonsten selten eine Pfote vor die Tür. Und an einem Tag vor sechs Wochen kam nicht wieder. Snoopy, ein Jahr jünger, sei da neugieriger auf seine Umwelt gewesen – bis er vor vier Wochen nicht mehr wiederkam.

„Die beiden sind kastriert, da kommt es eigentlich nicht mehr vor, dass sie einfach so weglaufen“, sagt Motzko, der jahrelang Perserkatzen züchtete und ehrenamtlich in einem Tierheim arbeitete. Vor fünf Jahren heiratete er, die Kater gehören seiner Frau, sie besitzt sie schon, seitdem sie klein sind.

Das Bückeburger Tierheim hat Motzko bereits abgeklappert, ebenso wie Tierpensionen, doch niemand kannte die Tiere oder hat davon gehört, dass in letzter Zeit mehrheitlich Katzen verschwunden seien. Auch bei der Polizei ist Motzko vorstellig geworden, auch sie habe nicht weiterhelfen können. Die Kater seien im Ohr tätowiert und beim Tierregister „Tasso“ registriert – doch auch hier lief die Spur ins Leere.

Der Rintelner ist von seiner Theorie überzeugt. Auffällig sei nicht nur, dass die eigenen Kater und die des Nachbarn in demselben Zeitraum verschwunden seien, sondern auch, dass sich die Zahl der Katzen in der Nachbarschaft zuletzt auffällig verringert hätte. „Zehn Katzen sind hier meist herumgelaufen“, sagt Motzko mit Verweis auf den Schillerweg. „Jetzt sehe ich nur noch zwei.“

In einer Tierpension habe man ihm gesagt, dass in Todenmann Giftköder ausgelegt seien, die herumstreunende Katzen fressen sollten. Und auch in Eisbergen liegen Giftköder aus, und das seit Anfang Februar, so ein Hinweis der Stadt Porta Westfalica. Die Köder seien in der Ritterstraße im Bereich Lehmkuhle gefunden worden. Inzwischen seien sie dem Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke übergeben worden. Das Gutachten des Veterinäruntersuchungsamtes habe ergeben, dass es sich um Blaukorndünger handele, der für Katzen und Wildtiere tödlich sein kann. Das Gift sei in gebratenen Hackfleischbällchen versteckt worden. Ein Hund sei nachweislich an der Vergiftung gestorben. Die Stadtverwaltung rät Hundehaltern, bis auf Weiteres ihre Tiere nur angeleint auszuführen und auf verdächtige Gegenstände zu achten. Sollten weitere Köder gefunden werden, bittet die Stadtverwaltung um Mitteilung an Detlef Brand unter (05 71) 79 12 54.

„Wer Katzen fängt, der fängt auch Hunde“, sagt Klaus Motzko. An die Presse habe er sich gewandt, „damit andere Tierhalter gewarnt sind und auf ihre Tiere aufpassen.“ Die Motzkos besitzen noch eine Katze, die neun Monate alte „Gismo“. Sie sollte eigentlich in der nächsten Woche sterilisiert und dann ebenfalls vor die Haustür gelassen werden. „Aber die kommt erst einmal nicht raus“, sagt Motzko. „Das ist momentan zu gefährlich.“

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