Landkreis
Tourismusverein jetzt eigenständiger ReiseveranstalterLandkreis (ssr). „Endlich können wir uns als Anbieter auf dem freien Reisemarkt bewegen.“ In diesem Ausruf hat eine Mitteilung gegipfelt, die Olaf Boegner vom Schaumburger Tourismusmarketing e.V. im Kreistagsausschuss für Kreisentwicklung machen konnte. Der von Landkreis und Kommunen getragene Verein darf seit Kurzem als eigenständiger Reiseveranstalter auftreten.
Von nun an könne der Verein speziell auf die Stärken des Schaumburger Landes zugeschnittene Reiseangebote wie Tages- oder Wochenendaufenthalte entwickeln, bewerben und als Rundum-Paket selber vermarkten, berichtete Boegner. „Diese Angebote sind bei uns in vollem Umfang buchbar.“ Dies sei sicherlich kein Allheilmittel, schränkte Boegner ein: „Durch dieses Instrument werden jetzt nicht plötzlich 5000 Touristen mehr im Monat kommen.“ Aber als Reiseveranstalter auftreten zu können, sei „ein wichtiger Schritt zur Belebung des Tourismus“.
Das sah Ausschussvorsitzende Christiane Reckmann (SPD) genauso: „Wir müssen diesen Weg zwangsläufig gehen, wenn wir mehr Touristen anziehen wollen.“ Erster Kreisrat Klaus Heimann berichtete, die hiesigen Kommunen hätten klare Erwartungen in diese Richtung geäußert. In Kürze würden Stadthagen und Bückeburg „unter dem rechtlichen und organisatorischen Dach unseres Vereins ebenfalls das Zertifikat als eigenständige Reiseveranstalter erhalten“, teilte Boegner ergänzend mit.
Ebenfalls präsentierte Boegner den taufrisch erneuerten und erweiterten Internet-Auftritt des Vereins Schaumburger Tourismusmarketing. Bald würden auch Inhalte in zeitgemäßen Internet-Plattformen wie Twitter und YouTube eingestellt, etwa ein Film über „900 Jahre Schaumburg“ und „Fürst Ernst“. In Kürze geplant sind Fassungen des gesamten Internet-Auftritts in englischer und niederländischer Sprache. „Auf lange Sicht müssten wir eine zumindest grundlegende Fremdsprachenkompetenz übrigens auch in der gesamten Servicekette haben – von der Hotelbuchung bis hin zum Taxifahrer“, skizzierte Boegner eine langfristige Perspektive. Angestrebt werde auch, hiesige Anbieter touristischer Dienstleitungen, die auf der Internetseite präsentiert werden, in gewissem Umfang an den Kosten zu beteiligen. Entweder sei dies durch die Schaltung zusätzlicher Werbeanzeigen denkbar.
Die strategischen Vermarktungs-Prioritäten des Vereins für die kommenden Jahre waren ein weiteres Thema Boegners. An erster Stelle stünden die Stichworte Fürstenhaus und Wilhelm Busch. In zweiter Linie solle massiv mit den Themen Weserrenaissance und Trachten/Brauchtum geworben werden. Vor allem die Trachten als „Alleinstellungsmerkmal im weiten Umkreis könnten wir in der Werbung nach außen noch viel stärker hervorheben“, merkte Boegner an. In dritter Priorität stünden die Bereiche Archäologie, Industriekultur und Naturerlebnis.
Nicht zuletzt referierte Boegner, für welche einzelnen Zwecke die im Jahresetat des Vereins stehenden 75 000 Euro im vergangenen Jahr ausgegeben worden sind.