Auetal

Teiche für Geburtshelferkröte, Kammmolch und Co.
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Rehren (rd). Achim Bleck wohnt mit seiner Frau im Auetal bei Rehren und engagiert sich dort schon seit vielen Jahren für den Naturschutz. Entlang der Aue hat er Flächen gepachtet oder auch im eigenen Besitz, die zum Teil mit Pferden und Schafen beweidet werden. Als Mitglied des Naturschutzbundes Auetal erfuhr er von dessen Vorsitzendem, Rolf Wittmann, von dem Nabu-Niedersachsen-Projekt „Lebendige Teiche“. Er setzte sich mit Projektleiter Ralf Berkhan in Verbindung, es wurde ein Besichtigungstermin vereinbart und schnell war klar: Hier kann seltenen Amphibienarten mit dem Bau eines Kleingewässers geholfen werden.

Und in diesem Fall sogar einer ganz besonderen Art: Es gibt Hinweise, dass die in Niedersachsen stark gefährdete Geburtshelferkröte noch im Auetal bei Rehren vorkommt. Das Problem: Es finden sich keine geeigneten Laichgewässer mehr. Einzelne Individuen der Geburtshelferkröte können allerdings 20 Jahre alt werden, sodass mit der Anlage geeigneter Laichgewässer versucht werden soll, die Art im Auetal vor dem Aussterben zu bewahren.

Die Kaulquappen der Geburtshelferkröte sind weniger empfindlich gegenüber der Wassertemperatur als die Kaulquappen der meisten anderen Amphibienarten. Sie ertragen durchaus auch kältere, schattige Gewässer, benötigen dann allerdings mehr Zeit für die Entwicklung. Nabu-Amphibienexperte Berkhan sieht hier aber kein Problem: „Dies ist nicht schlimm, denn die Kaulquappen können als Besonderheit unter den heimischen Amphibien im Gewässer überwintern. Dazu müssen die Gewässer allerdings eine gewisse Tiefe haben, um nicht durchzufrieren. Die meisten anderen Amphibienarten profitieren dagegen eher davon, dass Gewässer möglichst flach sind und im Spätsommer hin und wieder austrocknen, damit Feinde wie Fische nicht langfristig überleben können.“

Aus diesem Grund wurde bei Achim Bleck, im Gegensatz zu den bisher im Projekt gebauten Teichen, ein kleiner Folienteich angelegt, der speziell den Bedürfnissen der Geburtshelferkröte entspricht. Dieses Mal war es nicht der große Bagger, der den Teich aushob.

Projektleiter Ralf Berkhan, Rolf Wittmann und weitere Helfer des Nabu Auetal legten eifrig Hand an, hoben den kleinen Teich aus, bedeckten alles mit Flies und Folie und wuchteten Natursteine auf den Grund des Gewässers.

So hergerichtet sollte der Besiedelung des Teiches mit der Geburtshelferkröte nichts mehr im Wege stehen. Ein ähnliches Projekt, das aus dem gleichen Grund vor wenigen Jahren in Rinteln durchgeführt wurde, war großem Erfolg gekrönt.

Gefördert durch die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung sollen im Rahmen des Nabu-Projekts „Lebendige Teiche“ bis Ende 2013 50 neue Kleingewässer in Siedlungsnähe entstehen oder aufgewertet werden. Neben dem Bau von Kleingewässern sucht der Nabu Niedersachsen innerhalb des Projekts aber auch Freiwillige, die in einem zweitägigen Seminar zum Teichberater ihrer Region ausgebildet werden sollen.

Der Naturschutzbund erhofft sich, auf diese Weise niedersachsenweit Ansprechpartner für Menschen zu werden, die auch in ihrem Garten seltenen Amphibien ein Zuhause geben wollen, aber nicht wissen, wie sie dabei vorgehen sollen.

Der Vorsitzende geht mit gutem Beispiel voran: Rolf Wittmann beim Anlegen des Teichs. Das kleine Bild zeigt das fast fertige neue Reich für Kröten und Molche. Foto: pr

Artikel vom 03.02.2012 - 00.00 Uhr
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