Landkreis
„Schaumburg hat alles gezeigt“Rund 25 000 Menschen haben das große Freilichttheater um den „Fürsten Ernst“ gesehen. Foto: jpw.
Landkreis (jpw). Der Vorhang im Freilichttheater Schaumburg ist gefallen. Während der „Fürst“ Peter Kaempfe von Bückeburg aus in sein Schauspieler-Domizil nach Bremen zurückgekehrt ist, ziehen die Verantwortlichen derzeit eine erste, schnelle Bilanz des zehntägigen „Friedenszuges“.
Rund 25 000 Menschen haben nach Angaben von Sigmund Graf Adelmann, dem Geschäftsführer der „Schaumburger Landschaft“, den „Fürsten“ und den gesamten Zug gesehen. Die überwiegende Mehrzahl spielte beim zehntägigen Theaterstück zumindest ein wenig mit und jubelte dem „Fürsten“ mit weiß-rot-blauen Fähnchen zu.
Hauptdarsteller und Regisseur Kaempfe freut sich rückblickend, dass bereits bei der Ankunft in Steinhude „etwas gezündet“ habe. Die Abschlussworte in Bückeburg seien ernst gemeint gewesen: „Schaumburg hat alles gezeigt und alles gegeben.“ Aber auch den Schauspielern sei besonders von der Witterung viel abverlangt worden: „Manches war harte Arbeit.“ Wichtig ist für ihn, „dass die Leute ihren Spaß gehabt haben“.
„Unheimliches Engagement und engagiertes Mitmachen“ hat Klaus Heimann, der Erste Kreisrat und Landkreis-Sprecher festgestellt: „Wir haben versucht, die Bevölkerung zu erreichen.“ Bei diesem „soziokulturellen Projekt“ sei es wichtig gewesen, möglichst viele Leute zum Mitmachen zu bewegen, meint Adelmann. Angesichts von allein mehr als 400 Vereinen, die mitgezogen hätten, sei dieses gelungen. Der Geschäftsführer hat ein „ungeahntes Gemeinschaftsgefühl“ in den Dörfern beobachtet. „Das habe ich bisher so noch nicht erlebt.“
Kritik an den Kosten in Höhe von 200 000 Euro kann Adelmann nicht nachvollziehen. Der überwiegende Teil der Summe seien Kulturfördermittel des Landes gewesen, die auch nur für Kultur hätten ausgegeben werden dürfen.
Schaumburg sei in vielen Medien deutschlandweit wahrgenommen worden.
Mit einem „großen Kompliment an die Gruppe“ stimmt Heimann in den großen Chor derer ein, die die schauspielerische Leistung der Profis, aber auch der Amateure besonders würdigen. „Charaktergesichter“ nennt Adelmann die Darsteller.
Lob von allen Seiten bekommt der Hauptdarsteller und Regisseur Peter Kaempfe nicht nur für seinen Auftritt als „Landesherr“, sondern auch von einigen Schaumburger Kommunalpolitikern für seine Regie auf der Bühne. Man habe sich vor Publikum im Dialog mit ihm „ausgesprochen wohl“ gefühlt.
Die Fertigstellung der Dokumentation über den „Fürstenzug“ läuft nach Angaben von Adelmannn auf Hochtouren. Die Petitionen werden derzeit so aufbereitet, dass sie alle dem Landtagspräsidenten übergeben werden können. Eine Ausstellung der Geschenke für den „Fürsten“ und seinen Tross ist für das nächste Frühjahr geplant.