Bückeburg
Schäferkaserne wird für die Zukunft fit gemachtAchum (kk). Die Bundeswehr macht die Schäferkaserne in Achum, besser bekannt als „Heeresflugplatz“, fit für die Zukunft. Jahr für Jahr werden Millionenbeträge investiert, um den Ausbildungsbetrieb auch auf internationaler Ebene zu optimieren und um umwelt- und energietechnisch auf dem Stand der Zeit zu bleiben. Mittelfristig geht es auch darum, den Raumbedarf in der Jägerkaserne an der Ulmenallee in der Innenstadt weiter zu minimieren. Grundlage hierfür werden die Feinausplanungen der Bundeswehrstrukturreform sein, die für die kommenden Jahre erwartet werden.
Wie ausführlich berichtet werden für die Innenstadt inzwischen alternative Modelle wie ein „offener Campus“ mit nicht sicherheitsrelevanter militärischer und ziviler Nutzung diskutiert. Während in Achum kräftig investiert wird, sind die Unterhaltungsmittel für die Jägerkaserne auf das Mindestmaß zurückgefahren worden. Am morgigen Dienstag wird auf dem Flugplatz ein weiterer wichtiger Bauabschnitt gefeiert: Für ein neues Unterkunftsgebäude ist dann Richtfest.
In einem Pressegespräch stellten jetzt auf Anfrage unserer Zeitung Presseoffizier Oberstleutnant Michael Baumgärtner und der Infrastrukturbeauftragte des Standortes, Oberstleutnant Thomas Henrichs, bereits abgeschlossene, in Bau befindliche und geplante Projekte in Achum vor. Ein großer Brocken der vergangenen Jahre war der Bau einer Instandsetzungshalle für den neuen Transporthubschrauber NH90. Die Halle neun bietet alle technischen Voraussetzungen vom Stromanschluss bis zur Computeranbindung, um die Hubschrauber einsatzfähig zu halten. Acht Millionen Euro wurden hier investiert. Auf den ersten Blick erhebliche Kosten – doch wurden auch Synergieeffekte genutzt, indem die gleiche Halle wie am Standort Fassberg gebaut wurde.
Für 3,4 Millionen Euro wurde die Ausbildungswerkstatt erweitert und modernisiert. Wie schon häufiger berichtet, werden in Achum junge Zivilisten zu Fluggerätmechanikern und -elektronikern ausgebildet. Bei den Baumaßnahmen lag das Augenmerk auch auf Erfüllung aller Arbeitsschutzbestimmungen und modernen Sanitäranlagen.
Die computergesteuerte neue Flugfeldtankanlage ist für Laien kaum zu erkennen, verlaufen doch die Rohrleitungen unterirdisch. Umweltauflagen machten es nötig, alte Leitungen zu ersetzen. Moderne Technik spart Personal ein. Kosten: 1,3 Millionen Euro.
Jeweils 900 000 Euro wurden in neue Räume für den fliegerpsychologischen Dienst und in die Sportstätten gesteckt. Ein zweites Gebäude für fliegerpsychologische Eignungsprüfungen soll folgen.
In diesem Jahr wird eine alte Hubschrauberhalle gundsaniert, eine Abstellhalle für die NH90 kommt hinzu. Gesamtkosten: 5,8 Millionen Euro.
Wie bereits erwähnt, ist im neuen Unterkunftsblock jetzt Richtfest. 2,5 Millionen Euro werden in 52 „Stuben“, wie es noch immer im Militärjargon heißt, investiert. Mit altem Kasernenmief hat das aber wahrlich nichts mehr zu tun: Es handelt sich komplett um Einzelunterkünfte, die auch internationalen Lehrgangsteilnehmer zum Beispiel aus Spanien oder Schweden zur Verfügung gestellt werden. Um bei der Pilotenausbildung weltweit weiterhin in der Spitzengruppe mitmischen zu können, reicht eine moderne technische Ausstattung vom Simulator über den Lehrsaal bis zum Hubschrauber nämlich nicht aus. Auch die Quartiere müssen auf dem Stand der Zeit sein.
Erhebliche Mittel fließen 2012 in den Umweltschutz. Für 6,5 Millionen Euro wird das Abwassersystem erneuert. Auch im Heizkraftwerk besteht Sanierungsbedarf: Hier ist unter anderem ein neues Blockheizkraftwerk geplant. Die Kosten sind noch nicht im Detail ermittelt, auch sie liegen aber im Bereich einiger Millionen. Langfristig sollen sich diese Ausgaben wieder amortisieren – durch Energieeinsparung und weniger Umweltbelastung.
Die Mittel für diese Projekte sind bereits bewilligt. Allerdings treten die Heeresflieger nicht selbst als Bauherren auf. Für Planung und Ausführung ist das staatliche Baumanagement zuständig, nach Fertigstellung gegen die Immobilien an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben. Die Bundeswehr ist nur noch Mieter.
Ein Modell, das sich nach Angaben von Henrichs und Baumgärtner bewährt hat. Die Zusammenarbeit sei sehr gut. Besonders die BImA habe ein Interesse daran, ihre Immobilien gut in Schuss zu halten. 271 000 Euro seien in Achum allein im vorigen Jahr für die Bauunterhaltung ausgegeben worden.
Planskizze des neuen Unterkunftsgebäudes: Morgen ist Richtfest.
Zeichnung: SBm