Landkreis

Profis für die Prophylaxe: Zahnpflege kann Spaß machen

Martina Hofhans und Christel Potthast bringen Grundschülern Grundsätzliches zur Zahnpflege bei. Foto: gus

Landkreis (gus). Der Gedanke an Mundhygiene lässt Kinder nicht zwingend in Jubelarien verfallen. Dass Zahnpflege dennoch Spaß machen kann, haben die Jungen und Mädchen an der Grundschule Meerbeck erfahren. Dort machten Christel Potthast und Martina Hofhans vom Gesundheitsamt des Landkreises Station, um über Zahn-Prophylaxe zu informieren.

Die beiden Prophylaxe-Profis sind im gesamten Landkreis an Grundschulen und Kindertagesstätten tätig, um jeweils einmal pro Jahr die Schüler in Sachen Vorsorge zu unterrichten. Vorsorge ist nämlich der deutsche Begriff für Prophylaxe. Dennoch sollen die Kinder auch das Fremdwort lernen, damit sie beim Zahnarztbesuch nicht erschrecken, wenn der Zahnarzt von „Prophylaxe“ spricht.

Zum Vorbeugen von Schäden am Gebiss gehört nach Angaben der beiden Frauen viel mehr als der turnusgemäße Besuch beim Doktor. Das Wichtigste ist das regelmäßige Zähneputzen. Dies erfolgt am besten in der „Kai-Methode“. K steht für Kauflächen, A für Außenflächen und I für Innenflächen.

Wenn diese Reihenfolge beachtet werde, könne man keinen Zahn vergessen. Kontinuität sei aber besonders wichtig, genauso wie das frühe Beginnen mit der Zahnpflege: „Sobald der erste Zahn da ist“, beginne das Zähneputzen.

Kreisende Bewegungen mit der Bürste sind zudem angebracht. Diese üben die Jungen und Mädchen zunächst am großen Gebiss-Modell. Am Ende der Unterrichtsstunde putzt jedes Kind selbst die Zähne.

Seit vier Jahren „touren“ Potthast und Hofhans durch den Landkreis. Jedes Kind, das die Grundschule verlässt, hat mindestens vier ihrer Zahnpflege-Unterrichtsstunden erlebt, mehr sogar, wenn es bereits im Kindergarten besucht worden ist. 10 000 Kinder erreicht das Programm in etwa.

Das regelmäßige Wiedersehen ist nach Einschätzung der Prophylaxe-Profis wichtig, weil sich so ein spaßiger Umgang miteinander ergebe. Bei der zweiten Begegnung erinnern sich die Kinder in der Regel bereits an die Maskottchen wie „Kalle und Manni Milchzahn“. Auch die Spiele, in denen die Frauen den Jungen und Mädchen die Zahnpflege näher bringen wollen, seien dann bereits bekannt.

Und es geht richtig rund beim Zahnpflege-Unterricht: Es fliegen grüne und rote Kissen durch den Raum. Fängt jemand ein rotes Kissen, muss er ein Nahrungsmittel nennen, das schlecht für die Zähne ist, bei Grün das Gegenteil. So lernen die Kinder, dass Zucker den Zähnen schadet. Isst jemand viel Süßes, sei ein zusätzliches Zähneputzen direkt im Anschluss ratsam, ist zu hören.

„Gesund beginnt im Mund“ lautet das Motto der Zahn-Prophylaxe-Tour. Potthast und Hofhans legen Eltern nahe, Mundhygiene vorzuleben. Nicht nur, aber besonders am bevorstehenden „Tag der Zahngesundheit“ am 25. September.

Artikel vom 31.08.2010 - 00.00 Uhr
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