Auetal

„One-Million-Dollar-Bird“ weg – Carly (9) unglücklich

Die vierjährige Zoé beschäftigt sich mit „Rain“, während ihre Schwester Carly auf die Rückkehr ihres Nymphensittichs „Snow“ hofft. Foto: la

Rehren (la). Es geschieht fast täglich irgendwo in der Region, dass ein Haustier verschwindet und traurige Besitzer zurücklässt, aber der Fall von „Snow“ ist schon ein ganz Besonderer. „Snow“ ist ein weißer Nymphensittich, der aus Amerika stammt und der neunjährigen Carly Laknahur aus Rehren gehört. Zurück lässt er nicht nur die traurige Carly, deren drei Geschwister und die Eltern, sondern auch seinen Partner „Rain“ und zwei Babys.

Carly hat den Albino 2008 von ihrer Tante Sandy zu Weihnachten bekommen. Gleichzeitig bekam ihre Schwester Mina (11) „Rain“. „Meine Schwester kann den Kindern keinen Wunsch ausschlagen und zu Weihnachten hatten sie sich Vögel gewünscht“, erzählt Mama Karen. Die ganze Familie Laknahur war damals zu Besuch in Cincinnati (USA), bei der Familie von Mama Karen. Die Freude der Mädchen, über die handzahmen Vögel war riesig, doch plötzlich stand die Familie vor großen Problemen. „Wir haben schon Hunde und Katzen aus den USA mitgebracht. Da reichten Impfungen und Untersuchungen aus, aber bei den Vögeln wurde es sehr viel schwieriger und auch richtig teuer“, erzählt Karen Laknahur. Ihre Schwester habe die beiden Nymphensittiche in Indiana gekauft und dafür extra eine Stunde Fahrzeit in Kauf genommen. „An die Vorschriften für die Einfuhr nach Deutschland hatte Sandy nicht gedacht“, so Karen Laknahur. Nach Weihnachten erkundigte sich Familie Laknahur bei den Behörden über die Bestimmungen und erschrak. Die Vögel mussten für gut zwei Wochen in Quarantäne bei einem Tierarzt, danach musste der einen Bericht in deutscher Sprache für die Behörden anfertigen. Für Mina und Carly bedeutete dies, dass sie ihre geliebten Tiere zunächst in Amerika lassen mussten. Tante Sandy kümmerte sich dort um alles und nach gut fünf Wochen, Tierarzt- und Behördenrechnungen in Höhe von knapp 600 Dollar, konnte sie Flüge für die Tiere nach Deutschland buchen. Übrigens für je 110 Euro. In Frankfurt nahm Familie Laknahur das Nymphensittichpärchen am Valentinstag 2009 in Empfang. Die Tiere waren wohlauf, mussten aber nochmals tierärztlich untersucht werden, was noch einmal 200 Euro kostete. „Deshalb heißen die Vögel bei uns nur ,One-Million-Dollar-Birds‘“, erklärt Karen Laknahur lachend. Schließlich wären zwei Nymphensittiche in Deutschland für gut 100 Euro zu bekommen gewesen. „Aber das wollten wir natürlich nicht, denn schließlich hatten die Mädchen diese Vögel von ihrer Tante geschenkt bekommen und wir hatten die handzahmen und zutraulichen Tiere sofort in die Familie aufgenommen“, so Mama Karen.

Die Krönung des „tierischen Familienglücks“ war dann die „Geburt“ von zwei Nymphensittich-Babys im Mai 2010. „Das ist einfach so aus Versehen passiert“, erzählt Mama Karen. Doch dann geschah das Drama. Am Mittwoch vergangener Woche hat Karen Laknahur den Vogelkäfig auf die Terrasse gestellt und vergessen die Tür zu schließen. „Rain“ und „Snow“ flogen raus. Zwar konnte die Familie „Rain“ wieder einfangen, aber „Snow“ verschwand aus der Ortheide in Rehren in Richtung Westerwald. Da der Nymphensittich ein ausgezeichneter Flieger ist, könnte er schon einige Kilometer zurückgelegt haben. Die Familie hat in der vergangenen Woche Handzettel verteilt, um Menschen zu bitten, in ihren Garage oder Scheunen nachzusehen, ob „Snow“ sich dort vielleicht Unterschlupf gesucht hat. „Bis jetzt ohne Erfolg“, so Mutter Karen. Kleinanzeigen wurden aufgegeben, natürlich alle möglichen Tierheime kontaktiert, Suchanzeigen im Internet aufgegeben und Plakate aufgehängt. „Meine Tochter Carly vermisst Snow ganz besonderes, denn er ist schließlich ihr Vogel. Ich hoffe so, dass wir ihn zurückbekommen oder wenigsten erfahren, dass er irgendwo ein neues Zuhause gefunden hat, wo es ihm gut geht“, so Karen Laknahur. Auch „Rain“ vermisst seine Partnerin. Er sitzt die meiste Zeit traurig pfeifend in seinem Käfig.

Wer also den weißen Nymphensittich gesehen hat, sollte sich unter (05752) 180 290 oder per Mail an: klaknahur@web.de an Familie Laknahur wenden.

Da war die Welt noch in Ordnung: die Nymphensittiche „Snow“ und „Rain“ einträchtig beieinander.

Foto: pr.

Artikel vom 01.09.2010 - 00.00 Uhr
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