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Neues S-Bahn-Zeitalter fürs Weserbergland?Von Marc Fisser
Landkreis/Hameln/Hannover. Tausende Menschen aus dem Weserbergland benutzen täglich die S-Bahn nach Hannover oder Paderborn. Diese punktet unter anderem mit ihrer Pünktlichkeit und modernen Fahrzeugen. Seit Inbetriebnahme im Jahr 2000 hat sich die Fahrgastzahl der S-Bahn Hannover beinahe verdoppelt – auf gut 30 Millionen im Jahr. Der Braunschweiger Eisenbahn-Professor Thomas Siefer erklärt: „Diese Entwicklung zeigt, dass eine Förderung des Schienenpersonennahverkehrs von der Bevölkerung durch verstärkte Nutzung angenommen wird. Es ist sinnvoll, den Verkehr auf den umweltfreundlichen und sicheren Verkehrsträger Schiene zu lenken.“ Schon bald könnte die Attraktivität des Bahnfahrens für Menschen in unserer Region noch einmal einen besonderen Schub bekommen:
durch einen Schnellverkehr, der die Fahrzeit zwischen Hameln und Hannover Hauptbahnhof um 13 auf 30 Minuten verkürzt;
und indem der Tarif des Großraumverkehrs Hannover (GVH) auf die Nachbarlandkreise der Region Hannover ausgeweitet wird.
Beide Maßnahmen werden derzeit durch Fachleute geprüft. Eine erste Studie zu den Sprinter-Zügen hatte Professor Thomas Siefer (damals Universität Hannover) vor vier Jahren vorgelegt. Damals scheute die hannoversche Regionsverwaltung, die in dieser Sache die Federführung hat, die Zusatzkosten, außerdem wurden Nachteile für die Bahnbenutzer aus Hannovers Umfeld befürchtet.
Inzwischen gibt es in der Politik neue Bewertungen: Der „Sprinter“ wird nun als Entlastung für die Linie 5 gesehen, die von Paderborn über Bad Pyrmont, Hameln, Bad Münder und Springe zum hannoverschen Hauptbahnhof und Flughafen führt. Diese Linie hat nach Angaben von Klaus Abelmann, Sprecher der Region Hannover, ihre Kapazität „erreicht bis überschritten“. Allein in Springe steigen täglich 5000 Menschen zu. Dies und die Tatsache, dass angesichts steigender Benzinpreise mit weiteren „Umsteigern“ gerechnet wird, gibt dem Superschnellverkehr eine neue Chance. Siefer (jetzt TU Braunschweig) hat hierzu eine neue Expertise erarbeitet. „Welche Vorschläge es für die Region gibt, wird am 6. März vorgestellt“, sagt er. Auf dieser Grundlage soll dann seitens der hannoverschen Politik über einen Probebetrieb des „Sprinters“ entschieden werden. Dieser könnte laut Abelmann in zwei bis drei Jahren starten.
Unklar ist, ob die schnellen Züge auch in Bad Pyrmont halten werden: Für die per Bahn anreisenden Kurgäste wäre dies ein Gewinn; falls dies jedoch mit Abstrichen beim „normalen“ S-Bahn-Verkehr verbunden wäre, dürften die Berufspendler protestieren.
In absehbarer Zeit gilt vielleicht auch das GVH-Ticket in unserer Region. Das Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover, dem Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann vorsteht, hatte gemeinsam mit der Region Hannover den Verkehrsforscher Professor Manfred J. Wermuth aus Braunschweig mit einer Marktanalyse zur Erweiterung des GVH-Tarifgebiets beauftragt. Der Fachmann empfiehlt ein schrittweises Vorgehen. Die Beteiligten wollen nun nochmals nachrechnen, welche Kosten sie genau zu tragen hätten. Ziel sei es, „durch günstigere Fahrkarten eine klimaschonende Mobilität“ zu erreichen.
Die S-Bahn Hannover – hier beim Halt in Hameln – ist stark frequentiert. Möglicherweise wird sie bald sogar noch attraktiver – durch kürzere Fahrzeiten und billigere Tickets.
Foto: Dana