Auetal

Nagelneue „Reihe“ unterspült und eingebrochen

In Rolfshagen muss die Feuerwehr einen Keller auspumpen.

Auetal (la). Die ganz großen Katastrophen hat der anhaltende Starkregen im Auetal nicht ausgelöst. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, stellte der Leiter des Bauhofs, Manfred Spenner, fest. Zwar seien einige Straßen, zum Beispiel in Escher und die Landesstraße zwischen Escher und Hattendorf, kurzzeitig überflutet gewesen, aber das habe nicht zu Schäden geführt. „Wir haben einige Verstopfungen an Gräben und Abläufen entfernt, damit das Wasser wieder ablaufen konnte“, so Spenner.

Lediglich in Rolfshagen, in der Straßenbaustelle „Reihe“, hat der Starkregen schwere Schäden verursacht. Die neue Straße, die gerade erst vor zwei Tagen mit einer Asphaltdecke versehen wurde, ist durch Wassermassen, die von den Feldern in die Gräben schossen, unterspült worden und in einigen Bereichen eingebrochen.

Andreas Wiechers von der Straßenbaubehörde in Hameln war gestern Morgen vor Ort, um sich den Schaden, gemeinsam mit den Arbeitern der Firma Ost Bau, anzuschauen. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das ist ein erheblicher Schaden und sehr ärgerlich, weil die Straße doch gerade erst fertig war“, sagte Wiechers. Nun müsse in dem Bereich, wo die Ränder abgebrochen und die Straße unterspült ist, auf mindestens 2,5 Metern die Asphaltschicht wieder abgefräst, die Tragschicht neu befestigt und dann neu asphaltiert werden. „Das dauert voraussichtlich bis Mitte September“, so Wiechers.

Die Straße wird also nicht am Dienstag für den Verkehr freigegeben, sondern bleibt zunächst bis Mitte September voll gesperrt. Die Rolfshäger müssen also doch weiter die großen Umwege in Kauf nehmen und die „Wiedervereinigungsfeier“, die „Rolfshagen Aktiv“ für Sonntag geplant hatte, wurde abgesagt.

Wer die Kosten für den Wiederaufbau der neuen Straße übernehmen wird, ist noch nicht geklärt. „Wir werden uns am Montag noch einmal mit allen Verantwortlichen und Beteiligten vor Ort treffen“, so Wiechers. Sicher habe dazu beigetragen, dass die Bankette noch nicht fertiggestellt waren und die Böschungen noch nicht begrünt sind. „Sonst wäre vielleicht überhaupt nichts passiert“, mutmaßt Wiechers. Anwohner der „Reihe“ hatten aber genau diese Situation bereits vorausgesehen und die Bauarbeiter vor Ort darüber informiert, dass bei Starkregen jedes Mal besonders viel Wasser von den angrenzenden Feldern auf die Straße fließt.

Der Beginn der Sanierungsarbeiten an der Aue-Brücke im „Kühlen Grund“, die ebenfalls unter Vollsperrung der Straße erfolgen soll, wird wegen der Verlängerung der Vollsperrung der „Reihe“ verschoben.

Kleinere Einsätze hatten die Mitarbeiter des Bauhofes und der Feuerwehr in der Unwetternacht und gestern trotzdem. In Poggenhagen ist die Aue etwa zwei Meter über die Ufer getreten, hat aber keine Schäden angerichtet. Die Ortsfeuerwehr Rehren-Westerwald war nachts im Einsatz. Das Regenrückhaltebecken zwischen Rehren und Westerwald war vollgelaufen und ein Vorfluter musste geöffnet werden. „Der Wasserspiegel ist bereits um 20 Zentimeter gesunken. Gefahr besteht hier nicht“, gab Spenner gestern gegen 9.30 Uhr Entwarnung. In die Dingelstedtstraße wurden die Rehrener Feuerwehrleute gestern gerufen, um einen Keller auszupumpen. „Das war aber nicht genug Wasser, um unsere Pumpen einzusetzen“, stellte Ortsbrandmeister Thomas König fest.

Die Ortsfeuerwehr Rolfshagen ist gestern gegen 11 Uhr ausgerückt, um einen Keller in der Straße „Zum Bückeberg“ auszupumpen. Hier stand das Wasser etwa 50 Zentimeter hoch. Es war durch ein Rückschlagventil gedrückt worden und die Hausbesitzer konnten die Wassermassen allein nicht bewältigen.

Die gerade erst fertiggestellte Fahrbahndecke der Straße „Reihe“ ist von Wassermassen unterspült worden und eingebrochen. Fotos: la

Artikel vom 28.08.2010 - 00.00 Uhr
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