Auetal

Muss der Fürst im Stau ausharren?
Auetal (la). Vor 900 Jahren ist das Schaumburger Land erstmals urkundlich erwähnt worden. Aus diesem Anlass feiert der Landkreis vom 19. bis 29. August unter dem Motto „Schaumburger Frieden“ in fast allen Städten und Gemeinden. Fürst Ernst zu Holstein-Schaumburg wird mit Kutsche und Gefolge durch sein ehemaliges Herrschaftsgebiet reisen und auf seiner Zeitreise Menschen von heute treffen und Gericht über aktuelle Händel halten.
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Auch im Auetal wird der Fürst erwartet und zwar am Sonntag, 22. August. In den frühen Mittagsstunden, zwischen 11 und 12 Uhr, wird er mit seinem Gefolge auf Gut Ölbergen erwartet. Dort werden ihn Bürgermeister Thomas Priemer, Gutsbesitzer Albert Haake junior und eine große Kinderschar empfangen. Der Fürst soll die Schnapsbrennerei besichtigen und den auf Gut Ölbergen hergestellten Obstbrand kosten.

Danach geht es weiter nach Hattendorf und zwar nicht in der Fürstenkutsche, sondern in einem Oldtimertrecker der Auetaler Treckerfreunde. „Allerdings weiß man bei uns ja nie, ob es gerade wieder einen Stau auf dem Auetal-Highway gibt. Sollte das so sein, dann müssten wir den Fürsten vielleicht in einem Feuerwehrauto mit Blaulicht nach Hattendorf fahren“, kündigte Priemer jetzt schmunzelnd in einem Pressegespräch an. Schließlich sei der Spruch „Auetal – da stau ich mal“ immer wieder aktuell in der Gemeinde. „Davon soll der Fürst ebenso erfahren wie von der Entwicklung der Hauptverkehrsachse zwischen Amsterdam und Warschau“, so Priemer.

Daher könnte es sein, dass an dem Sonntag ein Stau auf der Strecke inszeniert wird, und außerdem will der Bürgermeister dem Fürsten einen Blick von der Escher-Brücke auf die Autobahn gönnen. „Der Fürst soll sehen, wie sich der mittelalterliche Verkehrsweg entwickelt hat“, sagte Priemer.

In Hattendorf auf dem Museumsplatz fordert der Auetaler Bürgermeister den Fürsten dann zu einem fairen sportlichen Wettkampf – einem Boule-Spiel – heraus. Natürlich wird das Museum geöffnet sein und in der Dorfschmiede können die Begleiter des Fürsten ihre Waffen instand setzen lassen.

Da an diesem Wochenende die Ortsfeuerwehr Hattendorf ihr 80-jähriges Bestehen feiert, wird auf dem Platz ein Zelt aufgestellt sein. Darin soll eine mittelalterliche Tafel aufgebaut und Gegrilltes und kühles Bier serviert werden. „Wir planen eine Tafel in U-Form. In der Mitte soll dann ein mittelalterliches Spektakel geboten werden“, erklärte Priemer.

Gegen 14.30 Uhr werden der Fürst und sein Gefolge das Auetal wieder verlassen und gen Rodenberg weiterziehen. Die Auetaler wollen dann aber fröhlich weiterfeiern. So soll am 22. August auch der jährliche Ehrenamtstag in Hattendorf stattfinden. „Ich hoffe, dass Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier unser Gast ist und die Ehrenamtlichen auszeichnet“, so Priemer.

An der Organisation des Fürsten-Besuchs im Auetal beteiligen sich verschiedene Vereine und Institutionen, die sich in den nächsten Wochen noch mit der Feinplanung des Programms beschäftigen. Die genaue Fahrtroute des Fürsten von Gut Ölbergen nach Hattendorf sowie das genaue Programm werden noch bekannt gegeben.

„Bislang können wir nur die grobe Planung vorstellen“, so Priemer, aber der Bürgermeister bittet schon heute alle Auetaler, sich den 22. August im Kalender zu notieren und dabei zu sein, wenn der Fürst auf Gut Ölbergen und in Hattendorf zu Gast ist.
Artikel vom 10.03.2010 - 23.00 Uhr

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