Landkreis

Mit einem blauen Auge aus der Krise am Bau

Landkreis (dil). Die Baukonjunktur im Landkreis stagniert auf niedrigem Niveau. Dank Investitionen aus dem Konjunkturpaket II hat das Handwerk zumeist noch ausreichend zu tun. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier schätzt, dass die entsprechenden Auftragsvergaben auch 2010 noch wirken und für Beschäftigung sorgen. Schöttelndreier: „Rund 80 Prozent unserer Investitionen kommen den heimischen Firmen zugute. Unsere kleinen und mittleren Unternehmen kommen deshalb in dieser Konjunkturkrise bisher noch mit einem blauen Auge davon.“

Der Bau von Einfamilienhäusern in Bebauungsplangebieten, die als Wohngebiete ausgewiesen sind, schwächelt im Landkreis seit dem Wegfall der Eigenheimzulage auf niedrigem Niveau. 45 Bauanzeigen gab es beim Landkreis 2009, im Vorjahr waren es 47. 2003 wurden noch 204 und 2005 185 verzeichnet. Nähe zu Hannover, gute Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr und Infrastruktur sind begehrt, und zurzeit ist Bad Nenndorf noch am stärksten gefragt, stellt Wolfgang Wehlauch, Leiter des Bauordnungsamtes beim Landkreis, fest. Klaus Heimann, Sprecher des Landkreises, ergänzt: „Der Eigenheimbau wird wohl auf diesem niedrigen Level bleiben, Baugebiete laufen einfach nicht mehr so schnell voll.“

Bei größeren Bauvorhaben sinkt die beim Landkreis verzeichnete Kurve sanfter: von 860 in 2003 über 642 in 2008 auf 597 in 2009. Da aber die Gebühreneinnahme dafür (500 620 Euro) sogar wieder leicht gestiegen ist, handelt es sich beim Bauvolumen um etwas mehr als in den drei Jahren zuvor. Zu nennen sind hier die Neubauten Sparkasse Lauenau, Altenheim Hagenburg (jetzt im Klageverfahren), Edeka Bad Eilsen, Hautau-Erweiterung in Kirchhorsten, verschiedene landwirtschaftliche Ställe und Scheunen sowie Feuerwehrgerätehäuser.

In Stadthagen ist die Lage ziemlich stabil, erklärt Stadtpressesprecher Fritz Wehling. Bei Neubauten, Umbauten und Nutzungsänderungen wurden 125 Genehmigungen ausgesprochen, etwas weniger als 2008 mit 137. Bauanzeigen für Wohnhäuser gab es 2009 mit 13 so viele wie 2008.

Bückeburg verzeichnete 2009 genau 201 Genehmigungen und Anzeigen zusammen, was einem auf Anfrage beim Bauamt der Stadt nicht näher bezifferten Rückgang entspricht. Bauerngut und Edeka-Center standen dort als Großprojekte zu Buche. Im Eigenheimbau war das Falkings-Viertel rasch weitgehend vollgelaufen, dieses soll 2010 erweitert werden.

In Rinteln wurden 2009 genau 220 Baugenehmigungen beantragt und etwa ebenso viele genehmigt. Diese Zahl blieb gegenüber den Vorjahren fast gleich. Auf niedrigem Niveau stabilisiert hat sich die Zahl der Bauanzeigen für Eigenheime in Baugebieten: Es waren 2009 zehn, im Vorjahr noch zwölf. Derzeit gibt es im Stadtgebiet keine größeren offenen Neubaugebiete mehr, teilt die Stadtveraltung mit.

Artikel vom 10.01.2010 - 23.00 Uhr
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