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Minister: 5,5 Millionen Euro „ein klares Bekenntnis“

Strampelt sich ab: Finanzminister Hartmut Möllring beim Besuch im Staatsbad mit Schaumburgs CDU-Chef Klaus-Dieter Drewes, Interimsgeschäftsführer Heinz-Hermann Blome, Bad Nenndorfs CDU-Chefin Marlies Matthias und Rodenbergs CDU-Amtsverbandsvorsitzender Heinrich Schaper. Foto: rwe

Bad Nenndorf (rwe). Das Land steht zum Staatsbad Nenndorf. Auf diese kurze Botschaft hat Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring gestern seinen Besuch in der Rheumaklinik gebracht. Vor gut zwei Dutzend Schaumburger CDU-Mitgliedern ließ er keinen Zweifel daran, dass er die 5 bis 5,5 Millionen Euro als klares Bekenntnis für den Standort verstanden wissen will. So viel Geld steckt das Land allein 2009 und 2010 in den Umbau der Rheumaklinik.

Was damit gemacht wird, zeigten Interimsgeschäftsführer Heinz-Hermann Blome und Oberärztin Claudia Schlawin-Stobbe dem Minister und den übrigen Gästen bei einem Rundgang. In den nächsten Wochen sollen die letzten der dann 193 Zimmer fertig werden. Im Herbst folgen demnach die Wellnessebene im Schlammbadehaus und im Dezember die Küche und der Speisesaal.

Zuvor hatte sich Möllring in der Gesprächsrunde nur kurz zur Entlassung des bisherigen Staatsbadchefs geäußert. „Es liegt auf der Hand, dass die Trennung nicht einvernehmlich war“, meinte er mit Blick auf die von Peer Kraatz angekündigte Klage. Dem Land gehe es nicht um eine Personalie, sondern um den Betrieb mit seinen 200 Mitarbeitern. Deshalb habe er sich nicht weggeduckt und den geplanten Termin wahrgenommen. Deutlicher wurde Möllring in Bezug auf die Zukunft des Nenndorfer Staatsbades. Mittelfristig hält er im operativen Geschäft eine „schwarze Null“ für möglich. Anders seien die Investitionen auch nicht zu rechtfertigen. Er attestierte der Arbeit in Bad Nenndorf eine gute Qualität, die im Vordergrund stehen sollte. Mit der kurzfristigen Verpflichtung Blomes setze das Land auf Kontinuität. „Wir wollen die positive Entwicklung nicht stören oder kappen.“ Auch müsse sich niemand sorgen, Nenndorfs neuer Staatsbad-Chef könnte Kurgäste nach Bad Pyrmont locken wollen.

Diesem Eindruck trat auch Blome entgegen, der die Entwicklung auf dem Gesundheitsmarkt darstellte. Als Vorsitzender des Heilbäderverbandes nannte er es wichtig, dass nicht noch ein Moorbad in Niedersachsen „vom Netz geht“. Ungerechterweise seien bei vielen Ärzten die ambulanten Badekuren in eine Ecke gerutscht, in die sie nicht gehörten. „Moorbäder lassen sich verschreiben.“ Blome empfiehlt ein konsequentes Stadtmarketing. „Ohne das geht es nicht.“ Allerdings müssten sich die Beteiligten über die Richtung im Klaren sein. „Ohne Ziel ist jeder Weg falsch“, zitierte er Konfuzius.

Auf Ratschläge an die Lokalpolitiker sah sich Möllring nicht zuständig. Dem Land gehe es nur um seine Einrichtung und die Arbeitsplätze.

Schaumburgs CDU-Kreisvorsitzender Klaus-Dieter Drewes freute sich über das klare Bekenntnis und die Ziele des Landes. Allerdings müsse auch klar sein, dass die finanziellen Möglichkeiten Bad Nenndorfs begrenzt seien. Auf diesen Punkt hatte auch Werner Bövers hingewiesen. Nenndorf seit mit Norderney nicht zu vergleichen, mahnte der Vorsitzende des CDU-Samtgemeindeverbandes mit Blick auf die erfolgreiche Entwicklung, die Blome dort vor zehn Jahren eingeleitet hatte. Bövers forderte das Land auf, Tacheles mit der Stadt zu reden, wie es 2019 weitergeht, wenn der Pachtvertrag für die Klinik ausläuft.

Artikel vom 31.08.2010 - 00.00 Uhr
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