Rinteln
Mehr Salz in Werra und Weser? „Das gefährdet unsere Badeseen“Porta Westfalica (rd). Bezüglich der drohenden Einleitung von salzhaltigen Abwässern durch „Kali und Salz“ in die Werra hat jetzt auch die Stadt Porta Westfalica Stellung genommen.
Die Stadt habe „erhebliche Bedenken“ gegen das Vorhaben von K+S, die „die bereits erheblichen Mengen von sieben Millionen Tonnen an salzhaltigen Abwässern noch um über eine Million Tonnen erhöhen will.“ Der Salz- und Düngerproduzent sei mit seinem Vorhaben massiv in die Kritik geraten.
Die Landschafts- und Naturschutzgebiete an der Porta Westfalica würden von der Belastung durch Salze und Schwermetalle „stark betroffen“, befürchtet die Stadt in ihrer Stellungnahme und nennt als Beispiel die Seenlandschaft am Großen Weserbogen. „Zusätzliche Salze und andere wassergefährdende Stoffe werden regelmäßig in die Seen gelangen, die Wasserhärte wird steigen, eine Überdüngung wird die Wasserqualität als Badegewässer gefährden“, heißt es in der Pressemitteilung.
Die Stadt Porta Westfalica beziehungsweise der Wasserverband Weserniederung unterhielten etwa 150 Kilometer Fließgewässer im Einzugsgebiet der Weser, heißt es weiter. Eine größere Anzahl von Teichen, die teilweise unter Naturschutz stehen, befänden sich im Überflutungsbereich der Weser. „Allein acht Teiche im Überschwemmungsgebiet haben eine Fläche von insgesamt 268 971 Quadratmetern Fläche“, lautet der Hinweis der Stadt.
„Der größte Einfluss durch die zu erwartende zunehmende Versalzung der Weser wird nach einem Hochwasser eintreten. So sind Gehölz- und Vegetationsschäden auf Grünland, Gartenland und Acker zu erwarten“, heißt es in dem Schreiben. „Der Boden wird insbesondere durch Natrium, Chlorid und Sulfat, durch die Schwermetalle sowie durch die organischen Schadstoffe nachhaltig geschädigt.“
Doch nicht nur die Stadt Porta Westfalica sei aktiv geworden, „um die Weser und die Landschaft an der Porta zu schützen“, weitere acht Privatpersonen und die „Große Weserbogen GmbH“ hätten ebenfalls Stellungnahmen abgegeben. Daneben gebe es zahlreiche Sammeleinwendungen, heißt es in dem Schreiben, und: „Die Lokale Agenda 21 Porta Westfalica hat über 900 Unterschriften gegen die Einleitung der salzhaltigen Abwässer gesammelt.“ Sie wurden gestern dem Umweltminister Nordrhein-Westfalens, Johannes Remmel, überreicht.