Bückeburg

Mehr Handlungsspielraum im Schutzgebiet
Bückeburg (wk). Der Förderverein Bückeburger Niederung hat eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Hotel „Jetenburger Hof“ abgehalten. Auf der Tagesordnung standen am Montag die Vereinssatzung, Wahlen und Berichte über laufende Naturschutzprojekte.
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Jürgen Klaubert
Hinsichtlich des satzungsgemäßen Vereinszwecks wurde beschlossen, dass dieser um zwei kleine, aber bedeutsame Formulierungen ergänzt wird: Die finanzielle Unterstützung von Renaturierungsmaßnahmen beschränkt sich demnach nicht mehr nur auf die Bückeburger Aue selbst, sondern umfasst jetzt auch Vorhaben „im Bereich des funktionalen Raumes“ dieses Fließgewässers. Und der Erwerb von naturschutzwürdigen Flächen ist zukünftig auch „im funktionalen Raum“ der Bückeburger Niederung möglich. Beide Änderungen erweitern nach Auskunft des Vereinsvorsitzenden Egbert Schulz den Handlungsspielraum des Fördervereins, auf die weitere Entwicklung der Bückeburger Niederung Einfluss zu nehmen. Ergänzt wurde der Vereinszweck zudem um „Maßnahmen der Umweltbildung“.

Die Mitglieder beschlossen außerdem, dass der Vorstand durch das Amt eines Justiziars verstärkt wird und Vorstandsbeschlüsse aufgrund der größeren Zahl an Stimmberechtigten zukünftig mit mindestens vier statt bisher drei Stimmen zu beschließen sind.

Bei den Wahlen eines neuen Kassierers wurde für Jürgen Klaubert votiert, der dieses Amt laut Schulz bereits seit einigen Monaten kommissarisch geführt hat, nachdem der bisherige Kassenwart Rolf Fischer das Amt seinerzeit niederlegt hatte. In Abwesenheit wählte die Versammlung darüber hinaus Alexander Ulbrich als Justiziar und Eva Löbbecke-Lauenroth als Pressewartin. Die Eheleute Corinna und Heinz Loose (Letztgenannter war ebenfalls nicht anwesend) sind nun Beisitzer.

Anlässlich der Berichte über aktuelle Projekte informierte der Wasserbau-Ingenieur Erich Hoffmann, dass in der südöstlichen Ecke des Naturschutzgebietes Bückeburger Niederung eine knapp zwei Kilometer lange „Vorflutleitung“ gelegt werden soll, um Wasser aus angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen in die Aue abzuführen. Da die Leitung lediglich mit einem Gefälle von zwei Zentimetern pro einem Kilometer Länge eingebaut werden kann, sei der Einsatz einer lasergesteuerten Fräse erforderlich, um die Leitung „auf dem Millimeter genau“ zu legen. Durch diese Entwässerungsleitung müsse der sogenannte „Fischergraben“ seitens der Stadt Bückeburg nicht mehr unterhalten werden, ergänzte Wolfhard Müller, der stellvertretende Vereinsvorsitzende.

Wohl im Frühjahr 2010 soll die Bückeburger Aue im Bereich der „Blänke Judenweide“ durch Abgraben des Ufers etwas „entfesselt“ werden, erläuterte Hoffmann. Die Wiesenfläche mit der Blänke werde dazu mit einem kleinen Damm umgeben, um in diesem Bereich Überschwemmungshochwasser aufnehmen zu können. Ziel sei, eine Auenlandschaft mit der ihr typischen Eigendynamik zu schaffen, so Schulz.

Dort, wo der Fischergraben das Naturschutzgebiet im Westen verlässt, sei außerdem ein neues Wehr geplant, mit dem das Wasser wirkungsvoller in der Niederung aufgestaut werden kann, berichtete Müller. Bei allen drei „Leader-Projekten”, die jeweils von der EU bezuschusst werden, sei die Stadt Bückeburg Trägerin der Maßnahmen.

Schulz wies darauf hin, dass der Landkreis Schaumburg die Erstellung eines Wege- und Entwicklungskonzeptes für die Bückeburger Niederung in Auftrag gegeben habe.
Artikel vom 11.11.2009 - 23.00 Uhr

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