Bückeburg
Druckansicht

Krimi mit „Happy-End“: „Bagatelli“ ist wieder zu Hause

Kater eine Woche lang versehentlich irgendwo eingesperrt?
Gähn – jetzt wird erst einmal geschlafen. Bagatelli ist glücklich wieder zu Hause. Foto: jp
Gähn – jetzt wird erst einmal geschlafen. Bagatelli ist glücklich wieder zu Hause. Foto: jp

Bückeburg (jp). Die Geschichte wirkt wie eine dieser vielen, traurigen und fast nie gut ausgehenden Tierverlustfälle, hat einen Schuss Kriminalfall und – glücklicherweise – ein Happy End: Der vor über einer Woche spurlos verschwundene Kater Bagatelli ist weitgehend wohlbehalten zu seinen Besitzern zurückgekehrt. Was Katzenhalter und Tierschutzverein Bückeburg-Rinteln jetzt jedoch neben dem Wohlergehen des heimgekehrten Tieres besonders interessiert: Wo hat sich Bagatelli in den sieben Tagen aufgehalten?

Es war am Samstag, 17. April, in den frühen Abendstunden, als Bagatellis Besitzer den neunjährigen schwarzen Kater in der Dresdener Straße noch einmal vor die Tür ließ. Eine für Bagatelli übliche Zeit, um sich noch einmal die Pfoten zu vertreten und um spätestens gegen 22 Uhr wieder heimzukehren. Was er an diesem Abend jedoch nicht tat. Was bei seinen beiden Besitzern angesichts des warmen, frühsommerlichen Wetters am Sonntag noch keine größeren Sorgen auslöste.

Als Bagatelli jedoch auch am Montag noch nicht wieder aufgetaucht war, machte sich Alarmstimmung breit. Nachbarn und Anwohner der Dresdener Straße, Magdeburger Straße, Weimarer Straße und Lulu-von-Strauß-und-Torney-Straße wurden befragt, kurz darauf der Tierschutzverein Bückeburg-Rinteln informiert. Niemand hatte Bagatelli gesehen. Auch Anrufe bei Polizei und Bückeburger Tierärzten klärten den Verbleib des Schwarzpelzes nicht. Ebenso wenig ein Anruf beim Bauhof der Stadt Bückeburg, der – es wäre die schlimmstmögliche Vorstellung – für die Tierkörperbeseitigung zuständig gewesen wäre, wäre Bagatelli überfahren worden.

Als am Mittwoch unsere Zeitung den Kater als vermisst meldete, war Bagatelli länger verschwunden als jemals zuvor in den neun Jahren. Einige Anrufer bestätigten, den Kater gesehen zu haben, jedoch stets zu einem Zeitpunkt vor seinem Verschwinden. Zahlreiche im Stadtviertel verteilte Handzettel führten ebenfalls zu keinem Ergebnis. „Wir werden davon ausgehen müssen, dass Bagatelli etwas zugestoßen ist“, äußerte eine bestürzte Monika Hachmeister, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln. Der aber auch keinen Grund für Bagatellis Verschwinden in den Sinn kommen mochte: Eine gehäufte Anzahl vermisst gemeldeter Katzen gebe es in Bückeburg nämlich nicht.

Groß war die Erleichterung, als Bagatelli sich in der Nacht vom 24. auf den 25. April gegen Mitternacht urplötzlich wieder in seinem Zuhause einfand. Größere Verletzungen wies der Kater nicht auf, dafür allerdings diverse kleine Schrammen, einen Bärenhunger und einen enormen Durst. Doch wo hatte der Kater die sieben Tage gesteckt? Seine Besitzer sind ebenso wie die Tierschutzvereinsvorsitzende Monika Hachmeister überzeugt: „Bagatelli war irgendwo eingesperrt, sonst hätte ihn jemand in dieser Zeit zu Gesicht bekommen müssen.“ Auch dass der Kater Spinnweben im Fell hatte, weise deutlich darauf hin, dass er nicht im Freien unterwegs war, sondern unfreiwillig in einem Gefängnis gesteckt habe.

Für Monika Hachmeister sind das Schicksal Bagatellis und die bevorstehende Urlaubssaison Grund genug für einen Appell an alle Haus- und Grundstücksbesitzer zu erhöhter Aufmerksamkeit vor längeren Abwesenheiten: „Bitte überprüfen Sie Garagen, Keller, Gartenschuppen und alle Orte, an denen sich Katzen verkriechen könnten.“ Viele Fälle vermisster Katzen seien, wie die Vergangenheit zeige, darauf zurückzuführen, dass Katzen irgendwo versehentlich eingesperrt worden seien.

Artikel kommentieren
















Kinotrailer
e-Paper
Online Service-Center


© C. Bösendahl GmbH & Co. KG