Eilsen
Jetzt kann jeder sehen, was die Sonne leistet„Schau mal, was die Sonne macht“: Die Grundschüler finden das Solardisplay klasse. Fotos: tw
Heeßen/Luhden (tw). „Schau mal, was die Sonne macht“: Solche Aufforderungen sind auf dem Flur der Grundschule Heeßen von nun an häufig zu hören, denn: „Was die Sonne macht“ – das können die Schülerinnen und Schüler zu jeder Zeit auf einem Display ablesen, das an der roten Backsteinwand befestigt ist. Es zeigt die aktuelle Leistung der auf dem Schuldach installierten Fotovoltaikanlage in Watt, die erzeugte Gesamtenergie in kWh sowie – in Kilogramm – den Co2-Ausstoß, der vermieden werden konnte.
Was die Sonne macht – das weiß auch Bernd Schöneman: „Die Fotovoltaikanlage hat eine Nennleistung von 14,5 Kilowatt Peak“, so der Samtgemeindebürgermeister. Und ergänzt für alle (und das sind die meisten), denen diese Zahl nichts sagt: „Sie erzeugt in unseren Breiten etwa 13 000 Kilowattstunden Strom im Jahr – eine Menge, die ausreicht, um etwa vier Einfamilienhäuser zu versorgen.“
Erzeugt wird der Sonnenstrom durch 78 Module, die zusammen eine Fläche von ziemlich genau 100 Quadratmetern Schuldach decken. Die von dem Bückeburger Dachdeckermeister Dieter Ahrens installierten Fotovoltaikzellen gehören Manfred Habermann aus Luhden, für den alternative Energien seit einem halben Jahrhundert ein Steckenpferd sind. Die Anlage kostete ihn etwa 50 000 Euro. Die Stromerzeugung wird 20 Jahre lang gefördert; Habermann erhält in dieser Zeit 39 Cent pro Kilowatt.
Wie berichtet, hat der Diplomverwaltungswirt Habermann sein Haus in Luhden schon vor 25 Jahren mit Solarkollektoren zur Warmwassererzeugung bestückt. Vor etwa fünf Jahren befasste er sich dann auch mit der Stromerzeugung durch die Sonne. Zum Glück war auf seinem Haus noch eine nutzbare Fläche für eine kleine derartige Anlage frei. Seit dieser Zeit ist der Luhdener auf der Suche nach Flächen, auf denen er noch regenerative Energie oder Strom erzeugen kann.
Ins Gespräch gebracht hatte das zum Süden gelegene Dach der Schule das SPD-Ratsmitglied Kai Alack. Habermann – wie gesagt immer auf der Suche – setzte sich mit Bernd Schönemann in Verbindung und stieß beim Samtgemeindebürgermeister auf offene Ohren. „Der Rat“, so der Samtgemeindebürgermeister damals, „muss entscheiden, ob er Privatleuten die Dächer im Grundsatz gratis zur Verfügung stellen will.“ In der entscheidenden Ratssitzung folgte das Gros der Bürgervertreter der Ansicht des Samtgemeindebürgermeisters, die da lautet: „Wir müssen uns mit dem Gedanken anfreunden, dass für uns als Kommune mit Flächen für Fotovoltaik kein Geld zu verdienen ist.“ Andere Städte und Gemeinden hätten die gleichen Erfahrungen gemacht – und träten ebenfalls ihre Dächer gratis ab. Am 25. Februar 2010 sagte der Samtgemeinderat bei drei Enthaltungen einstimmig Ja zum Projekt. Die Wahl in Eilsen war danach auf den Luhdener Habermann als einen von zunächst zwei potenziellen Investoren gefallen.
Jeder Sonnenstrahl, der aufs Schuldach fällt, bringt Geld in die Kasse Habermanns. Doch der Gewinn durch die Stromerzeugung fließt nicht komplett in die Taschen des Investors. Bedingung für den Zuschlag durch den Rat war nämlich, dass er die Schule mit dem – 1000 Euro teuren – Solardisplay ausstattet, damit sich die Kinder informieren können, wie die Anlage arbeitet. Außerdem hatte sich Haberland verpflichtet, dem Förderverein der Grundschule jedes Jahr einen dreistelligen Betrag zu spenden. Womit unterm Strich neben der Umwelt auch die Kinder von Habermanns Engagement profitieren – doppelt sogar.