Obernkirchen
„In Deutschland lebt man einfach freier“Hier taucht die Krainhägerin hinab in die Tiefen des berühmtesten Korallenriffs der Welt. Repro: sig
Krainhagen (sig). Ein Jahr lang verbrachte Elisa Schneider 18 000 Kilometer von daheim entfernt am anderen Ende der Welt. Das gastgebende Neuseeland verließ die 17-Jährige noch, bevor sich das Erdbeben in der Region von Christchurch ereignete. Dieses Auslandsjahr hat die Realschülerin nach dem Abschluss der Mittleren Reife angehängt, um ihre Englischkenntnisse zu vertiefen und um zu lernen, sich selbstständig in einer fernen fremden Welt zu bewegen.
Erleichtert wurde ihr dieses Vorhaben durch den Familienanschluss, den ihr die Eltern vermittelt hatten. Elisa Schneider besuchte dort für je ein halbes Jahr eine 12. und eine 13. Klasse. Neben Englisch und Mathematik belegte die junge Krainhägerin als wahlfreie Fächer Tanz und „Abenteuer“, was schon mit etlichen Mutproben verbunden war.
So wurde sie fit gemacht für Wildwasserfahrten und musste dabei unter anderem die Eskimo-Rolle einüben, eine Drehung um 360 Grad. Dazu kamen ausgedehnte Bikertouren am Strand und in den Bergen.
Zu diesen extremen schulischen Aufgaben gehörte auch, sich an Camps zu beteiligen und mit Seil und Haken Gebirgsmassive zu erklimmen.
Während ihres Aufenthalts wurde ihr schnell klar, dass Neuseeland so abwechslungsreich ist wie kaum ein anderer Fleck auf der Erde. Es gibt dort nicht nur lange Küstenregionen, weite Strände, Dünen, hohe Berge, große Gletscher, Weiden und Ackerflächen, sondern auch Regenwälder mit einer üppigen Vegetation und heiße Quellen wie in Island.
Vieles in dem fernen Land hat Elisa gefallen, aber „in Deutschland lebt man freier“ lautete eine Erfahrung, die sie gemacht hat. Zum Beispiel konnte die Krainhägerin in Neuseeland nicht einmal ein Flugticket für sich kaufen.
Allen landschaftlichen Schönheiten und auch vielen positiven Erfahrungen zum Trotz freute sich Elisa dann doch wieder auf das Wiedersehen mit der Familie. Die Eltern verbanden das Treffen mit ihr nach dem Ende ihres einjährigen Aufenthaltes in Neuseeland mit einer Weltreise, für die man ein spezielles Ticket erwerben kann.
Die „Familienzusammenführung“ gab es dann in Australien, wohin Elisa und ihre Eltern geflogen waren.
Während die 17-Jährige anschließend den Heimflug nach Deutschland antrat, setzten die Eltern ihre Weltreise in Richtung Hawaii fort.
Auch für Elisa Schneider hat wieder der Ernst des Lebens begonnen. Sie setzt ihre schulische Ausbildung jetzt in der Heimat fort, um eines Tages Polizeikommissarin zu werden.