Bückeburg
Hans-Jürgen Jehle gibt den Stab abDer frischgebackene Ehrenvorsitzende Hans-Jürgen Jehle mit Nachfolgerin Claudia Wacker. Foto: jp
Warber (jp). Mit dem 6. März ist beim Spielmannszug Meinsen-Warber eine Ära zu Ende gegangen. Auf den Tag genau nach 28 Jahren legte Hans-Jürgen Jehle den Vorsitz und die Stabführerschaft in jüngere Hände. Neue Vorsitzende wurde Jehles bisherige Stellvertreterin Claudia Wacker.
Wie kaum ein anderer in der 55-jährigen Geschichte des Spielmannszuges hat Jehle, der zuvor mehrere Jahre auch das Amt des zweiten Vorsitzenden bekleidet hatte, nicht nur die Geschicke des Vereins geprägt, sondern auch das kulturelle Leben der beiden Bückeburger Ortsteile. Zu seinen wichtigsten Leistungen dürften dabei fraglos die 1992 ins Leben gerufenen Maiklänge zählen.
Vorstandswahlen waren bislang bei Hauptversammlungen des Spielmannszugs Meinsen-Warber eher eine Formsache. Der Ehrenvorsitzende Kurt Schubert hätte es im März 2004 nicht trefflicher formulieren können: „Wir haben seit Jahren einen, der das ganz wunderbar macht.“ Dieser eine hatte jedoch schon 2008 anklingen lassen, den Vorsitz nicht bis zum sprichwörtlichen Sankt-Nimmerleins-Tag führen zu wollen. In diesem Jahr nun hat Hans-Jürgen Jehle den Worten Taten folgen lassen: In einem längeren Statement begründete der langjährige Vorsitzende, der in 32 Jahren nur einen einzigen Auftritt des Spielmannszuges versäumte, seinen Rückzug vom Chefposten. „Nach so langer Zeit im Vorstand ist es jetzt an der Zeit, Familiäres in den Vordergrund zu stellen“, erklärte der 55-Jährige. Dabei habe eine schwere Erkrankung eines Familienangehörigen zu diesem Umdenken beigetragen.
In einer ausführlichen Laudatio würdigte Jehles Weggefährte im Vorstand, Kassenwart Karl-Heinz Blaume, die Leistungen seines langjährigen Stabführers: Mit 23 Jahren wurde Jehle am 8. April 1978 zum zweiten Vorsitzenden des Spielmannszuges gewählt. Bereits vier Jahre später trat er die Nachfolge des bis zu diesem Zeitpunkt amtierenden Vorsitzenden Karl Schubert an. Unter Jehle gab sich der Spielmannszug eine Satzung und wurde eingetragener Verein. Das Jahr 1992 erlebte dann die Geburtsstunde der Maiklänge. Seit diesem Jahr zieht das gemeinsam vom Spielmannszug und der Schalmeienkapelle Meinsen-Warber ins Leben gerufene Musikfestival an jedem 1. Mai die Massen nach Warber – in den ersten Jahren auf die Wiese an der Grundschule, später auf den Platz vor dem Feuerwehrgerätehaus.
Ebenfalls in die Amtszeit Jehles fällt die Übernahme des alten Feuerwehrgerätehauses an der Meinser Straße, das vom Spielmannszug zum schmucken Vereinsstübchen umgebaut und im Frühjahr 2000 eröffnet werden konnte. Im gleichen Jahr begann die Erfolgsgeschichte des Weihnachtsmarktes auf dem Hof Ovesiek, auch dort waren Hans-Jürgen Jehle und sein Spielmannszug maßgeblich an der Planung und der Organisation beteiligt. Als Höhepunkt von Jehles Laufbahn würdigte Blaume die Feiern zum 50-jährigen Jubiläum des Spielmannszuges im Herbst 2005.
Jehle selbst bedankte sich wiederum bei seinen beiden ebenso langjährigen Weggefährten – bei Karl-Heinz Blaume, der nach 23 Jahren das Amt des Kassenwarts niederlegte, und dem seit 1978 amtierenden Schriftführer Norbert Henze. Sein dickstes Dankeschön ging aber an Ehefrau Regina, die ihn in all den Jahren seiner Vorstandstätigkeit unterstützt und ihm den Rücken freigehalten habe.
Weiterhin engagieren will sich Jehle im Maiklänge-Ausschuss. Auch dem Vereinsstübchen wird er nicht verloren gehen: „Ihr seht, Ihr werdet mich also nicht ganz los.“ Zum Dank wählte der Spielmannszug unter langen Ovationen seinen scheidenden Chef zum Ehrenvorsitzenden und Ehrenstabführer.
Zum Abschluss wurde Jehle noch eine Würdigung zuteil, die es so auch noch nie während einer Hauptversammlung gegeben haben dürfte: Der komplette Spielmannszug trat nach der offiziellen Tagesordnung in Uniform und mit Instrumenten an, um den frischgebackenen Ehrenstabsführer noch einmal dirigieren zu lassen.