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Gehbehinderter Mann erfriert auf Feldweg
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Hameln-Pyrmont (ube). Ein Jäger hat gestern um 9.58 Uhr die Leiche eines Mannes gefunden – sie lag neben einem Feldweg zwischen Harderode und Bremke, etwa 200 Meter von der Landesstraße 588 und der Bushaltestelle Bremke/Abzweigung Welliehausen entfernt. Direkt neben dem Toten stand ein Rollator. Nach dem 69-jährigen Bewohner eines Lehrter Seniorenheims war bereits in der Nacht mit einem Großaufgebot an Kräften gesucht worden. Die Polizei geht davon aus, dass der Senior erfroren ist. Unklar ist, wie der Gehbehinderte von Behrensen nach Bremke gekommen ist. Die Ermittler hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung. Möglich, dass er von einem Autofahrer mitgenommen wurde und am falschen Ort ausgestiegen ist.

Der gehbehinderte Mann lebte zuletzt in einem Lehrter Seniorenheim. Auf den Tag genau vor einem Jahr ist er auf einem Feldweg zwischen Eichberg und Entsorgungspark bei Hilligsfeld von dem Hund einer Spaziergängerin (37) entdeckt worden. Schnee bedeckte seinen stark unterkühlten Körper.

Niemand weiß zurzeit, was der Mann in Behrensen wollte. Bewohner sagen, dass sie ihn nicht kennen. Allerdings hat einmal eine Familie mit demselben Nachnamen in dem Dorf gelebt – und zwar am Eichberg. „Auf dem Friedhof ist vor langer Zeit eine Frau mit diesem Namen beerdigt worden“, sagt Helmut Zeddies. Vom Alter her könnte es die Mutter des Mannes gewesen sein. Unklar ist allerdings, ob der Mann aus Lehrte ein Verwandter der verzogenen Familie ist.

Im vergangenen Jahr rätselte die Polizei, wie die Gehbehinderte mit seinem Rollator von Lehrte nach Behrensen gekommen ist. Die Ermittler wissen aber, dass er am Mittwoch mit einem Taxi gefahren ist. Der Fahrer hat ihn um 19.05 Uhr am Friedhof in Behrensen abgesetzt.

Eine Stunde später meldete das Pflegepersonal des Heims den Bewohner als vermisst. Das Kommissariat in Bad Münder startete sofort eine groß angelegte Suchaktion, an der der mit einer Wärmebildkamera ausgerüstete Polizeihubschrauber „Phönix 93“ aus Langenhagen und Spürhunde der Polizeidirektion Hannover sowie Beamte aus Hameln und Bad Münder teilnahmen. Gestern um 0.08 Uhr rückten die Feuerwehren Behrensen und Bisperode aus, um sich an der Suche zu beteiligen. Sie wurde um 2.30 Uhr abgebrochen und um 7 Uhr wieder aufgenommen. Diesmal stieg Hubschrauber „Phönix 96“ auf, waren mehrere Diensthunde der Polizeidirektion Göttingen und Polizisten aus Coppenbrügge, Bad Münder und Hameln im Einsatz. Es wurden sogar Mantrailer-Hunde aus Thüringen angefordert. Diese folgen dem Geruch eines Menschen, indem sie abgestoßene Hautzellen erschnüffeln. Knapp drei Stunden später fand ein Jäger einen Leblosen – er schlug sofort Alarm. Doch der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Der Einsatzleiter der Polizei ließ sich mit „Phönix 96“ zum Leichenfundort fliegen, um den Toten anhand seiner Kleidung und der Personenbeschreibung zu identifizieren.

Der 69-Jährige ist das erste Kälteopfer in Niedersachsen.

Artikel vom 03.02.2012 - 00.00 Uhr
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