Obernkirchen
Freibad: „Neueröffnung ist wirtschaftlich nicht vertretbar“Obernkirchen (rnk). Die Schwimmsaison ist offiziell beendet, das Freibad wird nach den Überschwemmungen in der Nacht zum Freitag in diesem Jahr nicht wieder geöffnet.
Der erweiterte Vorstand des Fördervereins hatte sich noch am Freitagabend zusammengesetzt und einstimmig für einen sofortigen Abschluss der Saison 2010 ausgesprochen.
Nachdem das Bad innerhalb von 24 Stunden dreimal überflutet wurde, sei davon auszugehen, dass die Beseitigung der Schäden sowie die Reinigung der Becken mindestens dreieinhalb bis vier Wochen dauern werde, teilte Wolfgang Hein als Fördervereinsvorsitzender jetzt Bürgermeister Oliver Schäfer offiziell als Begründung für den Beschluss mit. Vor dem Ablassen des Wassers sowie nach der Neubefüllung der Becken seien zusätzlich Wasseruntersuchungen erforderlich. Die Aufheizung des Frischwassers würde erhebliche Mittel verzehren, was für einen Zeitraum „von verbleibenden vier Wochen Öffnungszeit für relativ wenige Besucher als wirtschaftlich unvertretbar“ angesehen werde.
„Die vergangenen zehn Monate haben von den Vorstandsmitgliedern des FSO viel Kraft abverlangt“, erklärte Hein. Das ist leider wahr: Erst kündigt die Chef-Organisatorin, dann müssen zwei neue Kräfte eingearbeitet werden, es muss der urplötzliche Verlust einer leitenden Mitarbeiterin verkraftet werden, anschließend folgt ein Hochsommer, der vor allem kühle Temperaturen schickt und die Einnahmen kräftig nach unten drückt, ehe die Schlammlawinen durch das Bad ziehen und die Saison zwei Monate früher als geplant beenden.
Hein blickt dennoch – oder gerade deshalb – in diesen Tagen nach vorn: „Wir sehen es daher als wichtig an, dass wir uns mit aller Kraft um die Themen Wärmeversorgung, Genossenschaft und Reparatur kümmern und auf diesem Weg die Bevölkerung von Obernkirchen und den umliegenden Gemeinden von der Notwendigkeit des Bürgerengagements überzeugen.“ Für die Saison 2011 bleibe es bei der Absicht, die geplante Wärme-Verbundlösung mit der Betreiber-Genossenschaft zu realisieren.
Für diesen Weg, so Hein in seinem Brief an den Bürgermeister, „benötigen wir die volle Unterstützung der Bevölkerung, der Räte sowie der Verwaltungen. Wir würden uns über eine weitere positive Begleitung des Prozesses sehr freuen.“
Hier wird in diesem Jahr niemand mehr baden: Jetzt bleibt das Freibad bis April geschlossen.
Foto: rnk