Obernkirchen

Frauenbeauftragte: SPD verzichtet auf eigene Kandidatin

Obernkirchen (rnk). Die politische Machtprobe gleich zu Beginn der neuen Legislaturperiode bleibt aus: Die SPD-Fraktion wird auf einen eigenen Vorschlag für die Neubesetzung des Amtes der Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten verzichten und sich somit nicht gegen den Vorschlag des Bürgermeisters stellen. Oliver Schäfer hatte Stadtkoordinatorin Dörte Worm-Kressin als Nachfolgerin der im nächsten Monat aus dem Amt scheidenden Vera Kuhlmann vorgeschlagen. Grüne und CDU hatten erklärt, diese Wahl mitzutragen. Bei der SPD hatte Fraktionsmitglied Kirsten Battaglia eigene Ansprüche auf das Amt angemeldet.

Die SPD-Fraktion, so verkündete nun Vorsitzender Jörg Hake, habe in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, keine eigene Kandidatin für das Amt der Gleichstellungsbeauftragten zu benennen: „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass aufgrund der im Vorfeld stattgefundenen öffentlichen Diskussionen eine sachliche Auseinandersetzung in dieser Angelegenheit nicht mehr möglich ist und wir keine öffentliche Diskussion über die Eignung oder Nichteignung von Kandidatinnen herbeiführen wollen.“

Am Ende, so meint Hake, „stehen möglicherweise nur Verlierer. Was wir am wenigsten gebrauchen können, ist eine Diskreditierung von Personen, die sich für ein Ehrenamt zur Verfügung stellen wollen.“ Sonst, so befürchtet der SPD-Fraktionsvorsitzende, finde sich möglicherweise irgendwann niemand mehr für diese Aufgaben.

Gleichwohl müsse es erlaubt sein, so Hake, intern ergebnisoffen über andere Kandidaten nachzudenken, „ohne gleich öffentlich zur Rechenschaft herangezogen zu werden.“ Hake bezieht sich damit auch auf einen Artikel unserer Zeitung, in dem dargelegt wurde, dass es mehr als eine Kandidatin gibt.

Glücklicher, so meint Hake, wäre in diesem Zusammenhang auch eine Diskussion über geeignete Personen zu führen, ohne diese zuerst öffentlich vorzuschlagen. „Ansonsten könnte sie von den entsprechenden Stellen ja auch gleich eingesetzt werden“, ohne Beratung und Legitimation durch den Rat, fährt er fort. Aus Sicht der SPD-Fraktion hätte man auch Überlegungen anstellen können, dieses Amt auszuschreiben, um dann aus mehreren Bewerbern die geeignetste Kandidatin herauszufinden – „und vielleicht auch ein wenig Werbung für das Amt zu betreiben“.

Die intern geführte Diskussion bedeute, so Hake „selbstverständlich nicht, dass wir Frau Worm-Kressin nicht für geeignet halten, dieses Amt auszufüllen. Wir schätzen ihre Tätigkeit als Stadtkoordinatorin sehr und wissen um ihre Verdienste und ihr Engagement für die Stadt Obernkirchen.“

Artikel vom 13.01.2012 - 00.00 Uhr
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