Bückeburg

Dreiste Tierfänger im Stadtgebiet unterwegs
Bückeburg (rc). Im Bückeburger Stadtgebiet, aber auch in Obernkirchen, sind in den vergangenen Tagen sehr viele Katzen spurlos verschwunden. Während der Tierschutzverein von „so gehäuft auf einen Schlag hatten wir selten“ spricht, sind bei der Polizei bisher erst zwei Anzeigen von Tierhaltern eingegangen. Iris Zenker aus dem Falkingsviertel, die ihren Kater „Romeo“ seit einigen Tagen vermisst, berichtete im Gespräch mit unserer Zeitung, dass ihr von einer Tierärztin sogar die Zahl von 30 verschwundenen Katzen genannt worden sei: „Ich bin völlig krank, was mit meinem Kater passiert sein könnte.“
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Kater „Romeo“ gehört mit zu den Katzen, die in den vergangenen Tagen spurlos verschwunden sind. Foto: pr.
Wie Monika Hachmeister, Vorsitzende des Tierschutzvereins, auf Anfrage mitteilte, würden sich derzeit im Tierheim die Anrufe der Katzenhalter häufen. Auffällig sei, dass die Katzen aus ruhigen Wohngebieten verschwinden würden, dort wo Unfälle eigentlich ausgeschlossen seien. Darunter seien auch alte, ruhige Katzen. Alle wären allerdings schwarz-weiß gewesen oder aber in trikolore. Hachmeister: „Diese Farbwahl macht mich sehr stutzig.“

Auffällig sei auch, dass das Verschwinden der Katzen in Zusammenhang mit Altkleidersammlungen gestanden habe könnte, als ein Unternehmen Wäschekörbe in den Wohngebieten ausgeteilt hatte, um sie später abzuholen. Das sei ihr von einigen Anrufern, die ihre Katze vermissen, gesagt worden.

Dabei sei ein auffälliger, weißer Transporter beobachtet worden, der sich „aus dem Staub gemacht“ habe, als er von einer Tierhalterin – mit dem Rad – verfolgt wurde. Dabei sei auch ein Kennzeichen abgelesen und der Polizei gemeldet worden.

Die Polizei Bückeburg bestätigte auf Anfrage diesen Vorgang. Wie Pressesprecher Ulrich Kaupmann sagte, werde derzeit ermittelt, um Zusammenhänge zu klären. Derzeit könne daher keine weitere Auskunft gegeben werden. Er bestätigte, dass bei der Polizei bisher zwei Anzeigen eingegangen sind. „Vom Anzeigenaufkommen können wir derzeit nicht bestätigen, dass viele Katzen verschwunden sind.“

Iris Zenker ist jedenfalls in großer Sorge um ihren Kater. Er sei ein anhängliches, liebes Tier. Sie wolle sich gar nicht vorstellen, was mit ihm passiert sein könnte. Hoffentlich lande er nicht in einem Versuchslabor oder sei sogar getötet worden: „Das wäre schrecklich und grausam.“

Monika Hachmeister warnte in diesem Zusammenhang : „Wenn Wäschekörbe draußen stehen, die Katzen besser drin lassen.“ Sie verbitte es sich inzwischen, dass solche Körbe vor ihrer Haustür abgestellt werden. Sie habe auch mehrfach versucht, die auf Flugblättern in den Körben angegebene Telefonnummer anzurufen. „Da ist nie jemand rangegangen.“

Wenn es eine seriöse Firma sei, hätte das der Fall sein müssen. Und empfiehlt jedem Katzenhalter, sein Tier zu chippen oder zu tätowieren. „Dann kann es wenigstens zugeordnet werden, wenn es irgendwo gefunden wird.“
Artikel vom 11.08.2009 - 23.00 Uhr

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