Eilsen

Die Werkschau zeigt’s: Jeder Mensch ist kreativer als er glaubt

Eine erfrischende sommerliche Frucht – die leuchtend gelbe Zitrone, gemalt von Marion Winzer. Fotos: sig

Bad Eilsen (sig). Es ist erstaunlich, in wie vielen Menschen eine Begabung steckt, die sie selbst erst spät oder gar nicht entdecken. Wenn sie denn rechtzeitig oder überhaupt gefördert würde, käme Beachtliches zutage. Kerstin Henke, die Leiterin der Kreativwerkstatt des Rehazentrums, machte da eine aufschlussreiche Feststellung.

Ihr Bemühen, nach Kreativität zu schürfen, startete sie zuletzt mit einer Einladung an die Patienten, sich an einer Kunstausstellung in der Wandelhalle des „Fürstenhofes“ zu beteiligen. Auf diese Weise kam ein Ergebnis zustande, das Kunstfreunde im Schaumburger Land aufhorchen ließ.

Beim zweiten Versuch hatte Kerstin Henke ihre eigenen Kollegen im Visier, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Rehazentrums. Bei den Männern bedeutete das eine Nullrunde, bei den Frauen jedoch kam Erstaunliches zusammen, wie die neu eröffnete 88. Ausstellung zeigt.

Das Motto „Kreative Vielfalt“ ist treffend gewählt. Die sechs beteiligten Ausstellerinnen beweisen nachhaltig, wie unterschiedlich die Ziele und Ergebnisse sein können. Das gilt für die Auswahl der Motive, für die Techniken und für das Bemühen um Individualität und Perfektion.

Es gibt auch ganz unterschiedliche Ausgangspunkte. Die Diätassistentin Marion Winzer zum Beispiel fand schon früh Zugang zur Malerei und bemühte sich um eine zusätzliche Fortbildung an einer Kunstakademie sowie durch Workshops bei einer Kunstschule. Die Ergebnisse ihres Schaffens zeigte sie bereits bei Ausstellungen in Hannover und Umgebung.

Annelie de la Ferté, die in der Röntgenabteilung arbeitet, hat sich von den Ausstellungen in der Wandelhalle inspirieren lassen. Sie belegte Kurse bei der Schaumburger Volkshochschule und wurde Mitglied im Malkreis eines heimischen Kulturvereins. Ihre Liebe zur Aquarellmalerei hat zu beachtenswerten Resultaten geführt.

Die Physiotherapeutin Maritta Becker ist bei einer eigenen Rehamaßnahme durch eine andere Patientin angeregt worden, selbst gewählte Motive mit Pastellkreide umzusetzen. Dabei ist sie längst über das Versuchsstadium hinausgekommen und zeigt bei der Eilser Ausstellung, welche Kenntnisse und Fähigkeiten sie bei ihrem Hobby erworben und entwickelt hat.

Viele Überraschungen

Die Krankenschwester Gisela Mittmann startete 2005 mit der Ölmalerei. Sie nimmt anregende Bilder aus Zeitschriften und Katalogen oder eigene Träumereien zum Anlass, zum Pinsel zu greifen. Der Entstehungsprozess ihrer Bilder sei immer voller Überraschungen, sagt sie selbst.

Mit Helga Rolletschke ist eine weitere Mitarbeiterin der Röntgenabteilung an der Eilser Ausstellung beteiligt. Sie ist eine gute Fotografin und stellt mit ihren Aufnahmen beeindruckende Grußkarten her. Und schließlich beweist mit Ursula Röhrich noch eine frühere Mitarbeiterin, die jetzt im Ruhestand weilt, welche Ergebnisse die Liebe zur Malerei hervorbringen kann. Ihre Stärke sind die Ölmalerei und die Acrylspachteltechnik.

Die Vernissage wurde rhythmisch ausgestaltet von der Trommelgruppe „Hand to Hand“ aus Liekwegen.

Artikel vom 27.08.2010 - 00.00 Uhr
drucken
Diesen Artikel versenden


   
versenden

Artikel kommentieren






Startseite | Lokales | Überregionales | Sport | Magazin | Kultur | Anzeigenmarkt | Service | Impressum
© C. Bösendahl GmbH & Co. KG
Eine starke Gruppe: Deister- und Weserzeitung | Pyrmonter Nachrichten | Dewezet Bodenwerder | Schaumburger Zeitung | Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung | Deister-Leine-Zeitung | Neue Deister-Zeitung | Wesio | Weserbergland.Com | Medien 31