Obernkirchen

Dem Hausschwamm keine Chance

Umfangreiche Sanierung: Zwei Räume haben eine neue Decke erhalten. Foto: rnk

Obernkirchen (rnk). Es war schon ein mittelschwerer Schock für Museum, Rat und Verwaltung: Bei den Sanierungen der Außenwände des Berg- und Stadtmuseums wurde ein starker Hausschwamm-Befall festgestellt. Die Folge: Die gesamte Museumssaison fiel aus, nach der Sanierung müssen das Kulturfenster als Träger des Museums und die Stadt nun nach einer Lösung in finanziellen Fragen suchen: Die Stadt ist Eigentümerin des Gebäudes, das Kulturfenster hatte als Mieter aber keine Einnahmen.

Schuld ist der Echte Hausschwamm, ein Holz zerstörender Pilz. Der Hausschwamm befällt bevorzugt verbautes Holz und benötigt ein feuchtes und nicht zu kühles Milieu zum Wachstum. Der Pilz kann Mauerwerk, Putz und älteren Beton durchwachsen. Die Fruchtkörper finden sich typischerweise auf Mauerwerk, so war das auch am Museum. Der Pilz braucht eine bestimmte, wenn auch geringe Feuchtezufuhr, dann wächst er jedoch manchmal sehr schnell, meist unerkannt und unbemerkt. Die Pilzreste können viele Jahrzehnte auch in trockenem Zustand überdauern.

Die Sanierung muss mit einer Trockenlegung von Mauerwerk und Holzkonstruktion einhergehen und kann deshalb umfänglich werden.

Das war im Berg- und Stadtmuseum durchaus der Fall. Vier Räume waren betroffen, der WC-Trakt musste völlig saniert werden und erhielt eine neue Decke, ebenso der Raum links hinten.

Gespräche müssen vom Trägerverein noch mit der Politik geführt werden. Denn Einnahmen konnten in diesem Jahr nicht erzielt werden, das Berg- und Stadtmuseum war ohne Unterbrechung geschlossen. Doch die Kosten für Versicherung, Strom, Wasser und Heizung, die Nebenkosten also, sind weiter aufgelaufen. Das Kulturfenster will (und kann sie wohl auch) nicht übernehmen. Man habe sich über das Thema schon im letzten Jahr unterhalten, erklärt Bürgermeister Oliver Schäfer, „die Signale laufen in die entsprechende Richtung“. Auch von einzelnen Politikern, so Schäfer, gebe es Signale, die in die gleiche Richtung weisen würden.

Die Exponate aus den Räumen, die grundsaniert sind und in denen Decken und Fußböden ausgetauscht wurden, sind zum Teil in Kartons verpackt und ausgelagert, etwa in anliegende Räume. Von dort werden sie nach Beendigung der Sanierungsarbeiten und einer Grundreinigung des gesamten Gebäudes in die renovierten Ausstellungsbereiche zurückkehren.

Wenn alles im vorgesehenen Zeitrahmen bleibt, so Historiker Rolf-Bernd de Groot und federführend bei der Ausrichtung des Museums, „können wir voraussichtlich den Winter nutzen, um die einzelnen Ausstellungsbereiche wieder einzuräumen und zu bestücken.“ Schön wäre es, so de Groot, „wenn wir das Berg- und Stadtmuseum zum Frühjahr, also im März 2011, wieder in Betrieb nehmen könnten.“

Für die Schwammsanierung am Museum wurden Kosten von fast 93000 Euro berechnet, bei der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaft Hannover wurde ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung für die Schwammsanierung gestellt. Dieser Antrag wurde bewilligt mit einer Zuwendung in Höhe von 50 Prozent der Netto-Baukosten, höchstens aber 39 986 Euro. Die Restsumme zu den Baukosten trägt die Stadt. Es liegen noch nicht alle Schlussabrechnungen der Gewerke vor, die Baukosten bleiben aber im berechneten Rahmen. Bei der Stadtverwaltung und beim zuständigen Ingenieursbüro Wehmeyer war man vor allem mit dem Abschluss der Arbeiten zufrieden: Geplant war, dass bis zum 28. August, dem Tag des fürstlichen Gerichts auf dem Kirchplatz, die Sanierungsmaßnahmen beendet sind.

Das habe man auch erreicht, erklärt Michael Edler vom Bauamt: „Grundsätzlich sind wir fertig.“ Nur der Teppich fehle noch.

Artikel vom 26.08.2010 - 00.00 Uhr
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