Eilsen

Brandneues Auto: Die ersten 100 000 Euro sind eingeplant

Eilsen (tw). „Keine ,Wünsch-Dir-was‘-Artikel – und erst recht kein Luxus“: Das ist das, was Thomas Beckmann als Erstes auffällt, als er im Etatentwurf der Freiwilligen Feuerwehr Eilsen blättert. „Dickster Brocken bei den Investitionen“, so der Ausschusschef, „ist das Fahrgestell für das Löschgruppenfahrzeug (LF) 10/6 für die Ortswehr Luhden“. Es ist mit 100 000 Euro veranschlagt; erst im kommenden Jahr soll dann ein Aufsatz das Fahrzeug komplettieren. Als zweitgrößter Brocken sind in dem Papier 27 000 Euro für Baumaßnahmen reserviert – das Gros der Summe für die Dämmung von Gerätehäusern. Eine Dämmung ist auch bitter nötig, denn die Bewirtschaftungskosten haben sich in den zurückliegenden Jahren angesichts galoppierender Strom- und Gaspreise verdoppelt; 6500 Euro wurden im Jahre 2003 für die Eilser Gerätehäuser aufgewandt, im Jahre 2012 sind es bereits 13 800 Euro.

„Das LF 10/6“, so Samtgemeindebürgermeister Bernd Schöneman, „wird weitgehend baugleich zu dem Fahrzeug sein, das die Feuerwehr Bad Eilsen am 9. August 2009 übergeben bekommen hat“. Die einzigen Änderungen in der Ausstattung seien diejenigen, die sich durch den Einsatz des Luhdener Fahrzeugs auf der Autobahn ergäben.

Allerdings sei spätestens beim Bestellen des LF 10/6-Aufsatzes Vorsicht geboten, denn: „Das Bundeskartellamt hat Anfang des Jahres 2011 vier Hersteller mit einem Bußgeld belegt, weil sie sich über acht, neun Jahre hinweg beim Preis abgesprochen haben.“ Nun seien die Kommunen aufgerufen, die Zuverlässigkeit der Firmen zu prüfen. Hilfestellung könne Eilsen entweder die neu geschaffene Eignungsprüfstelle oder aber die Kommunale Wirtschafts- und Leistungsgesellschaft (KWL) leisten; Letztere ist eine 100-prozentige Tochter des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds; sie sammelt seit dem Jahre 1996 Ausschreibungen. „Möglicherweise“, überlegt der Rathauschef, „bekommen wir das LF 10/6 so vielleicht ein wenig günstiger.“ Die KWL erhebe als Gebühr drei Prozent des erzielten Nettopreises.

Fakt ist einstweilen: Der aktuelle Etatentwurf für die Eilser Feuerwehr liegt mit 54 000 Euro um 4000 Euro über dem Haushaltsansatz des zurückliegenden Jahres. Mit Blick auf die Baumaßnahmen, die mit Masse für den Substanzerhalt der Gerätehäuser gedacht sind, entfallen 15 000 Euro auf die Dachabdichtung respektive -dämmung in Bad Eilsen und 5000 Euro auf die Dämmung des Dachbodens in Luhden; diese Summe hat zunächst bei nur 3000 Euro gelegen, sie wird aber während der Sitzung auf Bitte des Ortsbrandmeisters hochgesetzt, weil auch der Stromfresser Deckenstrahlheizung ersetzt werden soll. Weitere 5000 Euro sollen in die Hand genommen werden, damit das Gerätehaus in Buchholz einen Zaun an einer der Grundstücksgrenzen erhalten kann.

Nachgereicht wird ein Antrag der Feuerwehr Buchholz: Sie möchte den Platz vor dem Gerätehaus bis zum Buswartehäuschen in Eigenleistung pflastern; konkret sollen dabei die Spurrinnen vor dem Gebäude beseitigt, soll die bisherige Rasenfläche abgetragen werden. Die Aktiven rechnen mit Kosten von 2000 Euro – Geld, das für die Pflaster- und Kantensteine sowie das Mineralgemisch und den Splitt benötigt wird.

Der übrige Etat soll sich nach dem Willen der Wehren, aber auch der Ausschussmitglieder so verteilen: 13 800 Euro sind für die Bewirtschaftungskosten in den Gerätehäusern eingeplant; das ist die gleiche Summe wie im Vorjahr. Merke aber: Allein 12 200 Euro davon entfallen auf die Energiekosten. „Ich wünsche mir, dass wir diese Kosten nach den einzelnen Gerätehäusern aufschlüsseln können“, sagt Hans-Jürgen Winkelhake (SPD). Das soll in Kürze möglich sein, wenn der Etat von der alten Kameralistik auf die neue Doppik umgestellt und damit transparenter wird. Samtgemeindebrandmeister Hartmut Krause weiß dennoch schon mehr: „Jeweils etwa 4000 Euro entfallen auf die Häuser in Luhden und in Buchholz, 3500 auf das Haus in Bad Eilsen und 1500 Euro auf das in Ahnsen.“

Die Aus- und Fortbildung der Kameradinnen und Kameraden belastet den Etat 2012 mit 11 900 Euro; im Jahr zuvor waren es 8900 Euro gewesen. Der Unterhalt der Fahrzeuge schlägt mit 10 500 Euro zu Buche; im Vorjahr hatte der Etatansatz bei 8500 Euro gelegen. Weitere 8500 Euro sind für Dienst- und Schutzkleidung vorgesehen; das sind 500 Euro mehr als im zurückliegenden Jahr. Reduziert wird das Geld, welches für die Beschaffung von Inventar gedacht ist: 5300 Euro waren dafür im Vorjahr vorgesehen; jetzt sind es nur noch 4100 Euro. Auf dem Niveau des Vorjahres bleiben dagegen die Zuschüsse für die Gemeinschaftspflege: 2500 Euro. Was den Unterhalt der Gerätehäuser betrifft, so sollen für Wartungsmaßnahme und Kleinreparaturen 2000 Euro zurückgelegt werden; im abgelaufenen Jahr lag dieser Betrag bei 2350 Euro. Der Rest sind Peanuts: Bürobedarf 500 Euro, Bücher und Zeitschriften 200 Euro.

Für das aktuelle Jahr gestrichen und aufs nächste Jahr geschoben wird dagegen der Austausch der 4m-Funkgeräte gegen ihre digitalen Nachfolger. Er hätte 35 000 Euro gekostet. Mit der Einführung des Digitalfunks wird im Frühjahr 2013 gerechnet.

Für die Gruppe CDU/Hasse stimmt Karl-Heinz Voigt dem Etatentwurf zu; für die Gruppe SPD/Grüne tut Jürgen Schmökel dasselbe. Das letzte Wort hat jetzt der Rat der Samtgemeinde.

Artikel vom 03.02.2012 - 00.00 Uhr
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