Landkreis

Bildung verringert Gefahr des Jobverlusts

Die Suche nach Arbeitsplätzen ist für junge Ausländer schwierig, insbesondere wenn sie wenig qualifiziert sind. Dies wird nach Ansicht des Integrationsbeirates Stadthagen zu einem zunehmenden gesellschaftlichen Problem. Foto: pr.

Landkreis (bes). Die Arbeitslosenquote unter Ausländern ist seit Jahren in Schaumburg doppelt so hoch wie die Gesamtquote. Im Juli war nach Angaben der Bundesarbeitsagentur (BA) in Hameln jeder fünfte Ausländer in Schaumburg arbeitslos. Im Vergleich dazu lag die Gesamtquote bei 8,4 Prozent.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Bundesarbeitsagentur sehen insbesondere in einer mangelnden Qualifikation von Schulabgängern einen der Gründe für diesen Unterschied. Für Timur Sahin, Vorsitzender des Integrationsbeirates der Stadt Stadthagen, ist daher die Senkung der Arbeitslosenquote bei Ausländern eine der wichtigsten Aspekte, um die Integration zu erleichtern.

Entscheidend sind nach Einschätzung von Christina Rasokat, Pressesprecherin der BA-Geschäftsstelle in Hameln, und Manfred Pape von der Kreishandwerkerschaft Schaumburg auf dem Arbeitsmarkt die Verständigung in deutscher Sprache in Wort und Schrift und Qualifikationen wie Schulabschluss, abgeschlossene Berufsausbildung und der berufliche Werdegang. „Und hier liegen auch die Hürden bei der Vermittlung von ausländischen Arbeitslosen, beziehungsweise die Gründe dafür, warum die Arbeitslosigkeit dieser Gruppe deutlich höher ist“, sagt Rasokat. Auch Martin Wrede, Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Stadthagen, sieht in fehlenden oder schlechten Schulabschlüssen ein Problem für den Einstieg ins Berufsleben. „Leider verlassen zahlreiche Jugendliche mit Migrationshintergrund die Schule ohne oder mit nur gering qualifizierenden Abschlüssen. Finden diese Jugendlichen dann keinen Ausbildungsplatz, sind sie häufig von Arbeitslosigkeit betroffen“, macht Wrede deutlich.

Darüber hinaus sind eine hohe Qualifikation und möglichst vielfältige Fähigkeiten nach Einschätzung der Bundesarbeitsagentur Faktoren, die die Gefahr, arbeitslos zu werden, senken. Insbesondere in wirtschaftlich angespannten Zeiten seien Facharbeiter diejenige, die seltener gekündigt werden.

Dies habe sich insbesondere seit dem Strukturwandel in Schaumburg Anfang der neunziger Jahre gezeigt. Damals hätten zahlreiche Unternehmen häufig wenig qualifizierten Ausländern gekündigt. Die Globalisierung mit ihrer Präferenz auf Qualifikation habe dieses Problem weiter verschärft, so Rasokat.

Die hohe Arbeitslosenquote ist laut Sahin ein Problem, dass „dringend gelöst werden muss“, zumal die wirtschaftliche Einbindung von Ausländern die Integration erleichtern kann. „Ziel ist es, dadurch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu schaffen.“

Der Nachwuchs hat dabei für den Integrationsbeirats-Vorsitzenden eine zentrale Bedeutung. „Wir müssen die Kinder gewinnen und sie stärken, damit sie eine gute Ausbildung bekommen.“ Gelinge dies nicht, gehe einerseits die „Schere in der Gesellschaft immer weiter auf“, auch weil die Elterngeneration die negativen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf das Selbstwertgefühl auf die Kinder übertragen könne. Zugleich würde Deutschland ein großes Potenzial vergeben, weil gut ausgebildete Ausländer mit ihrer Mehrsprachigkeit und ihrem breiten kulturellen Horizont Unternehmen besondere Chancen eröffnen können. Aus diesem Grund haben die Bundesarbeitsagentur und die Industrie- und Handelskammer nach eigenen Angaben zahlreiche Programme und Kurse im Angebot, um die Qualifikation von Ausländern zu erhöhen.

Artikel vom 01.09.2010 - 00.00 Uhr
drucken
Diesen Artikel versenden


   
versenden

Artikel kommentieren






Startseite | Lokales | Überregionales | Sport | Magazin | Kultur | Anzeigenmarkt | Service | Impressum
© C. Bösendahl GmbH & Co. KG
Eine starke Gruppe: Deister- und Weserzeitung | Pyrmonter Nachrichten | Dewezet Bodenwerder | Schaumburger Zeitung | Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung | Deister-Leine-Zeitung | Neue Deister-Zeitung | Wesio | Weserbergland.Com | Medien 31