Auetal

485 Gramm schwer – und durch und durch gesund

Davon werden viele satt: Heinz Juppe sammelt seit Jahrzehnten Pilze, aber so einen großen Steinpilz hat er noch nie gefunden. Foto: la

Rolfshagen (la). Seit mehr als 60 Jahren sucht Heinz Juppe aus Rolfshagen Pilze und der 79-Jährige kennt sich natürlich auch bestens aus. Er weiß, in welchen Ecken die meisten Pilze stehen, kennt die verschiedensten Sorten und kommt eigentlich nie mit einem leeren Korb nach Hause. Am Dienstag hat er einen ganz großen Fund gemacht - einen 485 Gramm schweren Steinpilz.

„So etwas habe ich in den ganzen Jahrzehnten noch nicht gesehen. Der Steinpilz ist einfach riesig und sogar durch und durch gesund“, freut sich Heinz Juppe und Enkeltochter Alessa hielt das Prachtstück sofort mit ihrer Kamera fest.

Schon als Kind hat Heinz Juppe mit seinem Vater in Schlesien Pilze gesammelt. „Damals war das Geld knapp und mein Vater hat Pilze gesammelt und verkauft, damit wir Kinder etwas zum Anziehen hatten“, erinnert sich Heinz Juppe.

Heute würde er natürlich nur noch aus Leidenschaft in die Pilze gehen. „Zurzeit bin ich täglich im nahen Wald unterwegs, denn es gibt eine wahre Pilzschwemme. Das dauert aber erfahrungsgemäß nur einige Tage an und die muss man einfach nutzen“, erzählt der passionierte Pilzkenner. Der heiße Sommer und der nachfolgende Regen ließe die Pilze derzeit aus der Erde schießen.

Genau verrät der 79-Jährige seine besten Ecken zwar nicht, aber „ich gehe nicht weit und bin schon mitten drin im Pilzgebiet“. Im Bereich der „Süßen Mutter“ würde er immer fündig. Und auch ein paar Tipps hat Heinz Juppe für „Hobby-Pilzsammler“. „Man sollte beim Spaziergang durch den Wald immer mal stehen bleiben und sich die Umgebung genau anschauen. Auch mal etwas Laub zur Seite machen. Oft stehen die Pilze darunter“, so Heinz Juppe. Wenn man einen Pilz gefunden habe, sollte man die Umgebung genauer unter die Lupe nehmen. „Meist stehen dort noch mehr, weil sich Pilzwurzeln großflächig verteilen“, weiß der Pilzprofi. Er habe gerade wieder acht Steinpilze auf einer Fläche von etwa drei Quadratmetern gefunden. „Und die Pilze niemals in eine Plastiktüte geben, sondern immer in einen Korb“, lautet ein weiterer Hinweis.

Wenn der 79-Jährige von einem Spaziergang aus dem Wald zurückkehrt, weiß seine Ehefrau Margarethe, dass immer viel Arbeit auf sie zukommt. Gemeinsam werden dann nämlich die Pilze verarbeitet. „Am Mittwoch war es so schön, dass ich draußen gesessen habe und dort die Pilze geputzt habe. Das ist nämlich ganz schön aufwendig und dauert daher eine ganze Weile“, erzählt Margarethe Juppe. Zunächst würden die Pilze geputzt, dann etwas gewaschen und klein geschnitten. Als nächstes kocht die 78-Jährige die leckeren Waldfrüchte ab, lässt sie abtropfen und dann kommen sie in eine Pfanne. „Ich brate sie zusammen mit Zwiebeln in Öl und würze sie mit etwas Pfeffer und Salz. Heute habe ich auch Bärlauch dazugegeben“, verrät Margarethe Juppe. Dazu gibt es dann zum Mittagessen Makkaroni oder Kartoffelbrei und frischen Salat. Aber auch Suppe kocht die Rentnerin aus den Steinpilzen.

„Besonders gut schmeckt mir aber Waldchampignons“, stellt die 78-Jährige fest. Ihr Mann kenne nämlich fast alle Pilzsorten und würde immer die Verschiedensten mit nach Hause bringen.

„Lecker sind auch Maronen, Stockschwämme und Perlpilze. Aber Vorsicht, wer sich mit Pilzen nicht auskennt, der sollte sie lieber nicht zubereiten und essen“, warnt Heinz Juppe, denn schließlich seien nicht alle essbar und manchmal sähen giftige Pilze den Essbaren sehr ähnlich.

Artikel vom 03.09.2010 - 00.00 Uhr
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