Stadthagen

Stadt spart weiter: Kompost-Bons versenkt

Stadthagen (ssr). Nach der Abschaffung der zu teuren Eisbahn heißt es jetzt: Kompost-Bons ade. Mit einer Mehrheit von 25:7 Stimmen hat der Rat der Stadt Stadthagen die Gutscheine für die Benutzung der städtischen Kompostierungsanlage aus Spargründen mit sofortiger Wirkung abgeschafft.

Vier Gutscheine für die kostenlose Anlieferung von insgesamt bis zu vier Kubikmetern Grünabfall hat die Stadt bisher freiwillig jedem Stadthäger Grundstückseigentümer zugestanden. Damit ist nun Schluss. Ab sofort müssen bei jeder Anlieferung von bis zu zwei Kubikmetern für jeden angefangenen Kubikmeter 3,50 Euro berappt werden. Jeder weitere Kubikmeter einer Lieferung kostet 20 Euro. Damit will der Rat das jährliche Defizit der Anlage in Höhe von 86 000 Euro reduzieren.

Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) sagte, „wenn wir hier sparen wollen, haben wir nur die Chance, rigoros mit den Bons Schluss zu machen“. SPD/FDP-Gruppensprecher Karsten Becker bekräftigte: „Wir müssen an dieses Defizit einfach ‘ran.“ Beide betonten, gleichwohl biete die Stadt aus freien Stücken immer noch eine billigere Anlieferung als der eigentlich für die Abfallbeseitigung zuständige Landkreis. Dieser verlange auf seinen eigenen Anlagen fünf Euro pro Kubikmeter.

Für die CDU/BfS-Gruppe, aus deren Reihen die Gegenstimmen überwiegend kamen, sagte Sprecher Gunter Feuerbach, im Grundsatz sei die Union derselben Meinung wie Verwaltung und SPD. Die Fraktion hätte allerdings für eine Übergangszeit die Reduzierung der Bons von vier auf zwei pro Jahr besser gefunden als deren sofortige gänzliche Abschaffung. Schließlich müsse mit den Nutzern in einer geeigneten Weise so umgegangen werden, dass nicht der Neigung zur illegalen Entsorgung in Wald und Feldmark Vorschub geleistet wird, sagte Feuerbach. Ernst Lenk (Grüne) forderte, der (kosten)intensiven Art der Kompostierung auf der Anlage „müssen wir zu Leibe rücken“. Man könne das Grünzeug weitgehend sich selbst überlassen.

Der Vermutung von Feuerbach, dass die Gebühr aus Spardruck schon in absehbarer Zeit auf fünf Euro pro Kubikmeter gesteigert werden muss, sprang Verwaltungschef Hellmann sofort bei: „Ja, das wird mittelfristig so sein.“

Artikel vom 04.03.2010 - 23.00 Uhr
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