Stadthagen
Siga-Schaden durch Regen immensStadthagen (sk). Besonders schwer hat das Hochwasser am Freitag die „Antik Möbel Manufaktur“, ein Projekt der Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit (Siga), getroffen. Der finanzielle Schaden in fünfstelliger Höhe kann laut Siga-Vorstand und Geschäftsleitung kaum ausgeglichen werden.
Werkstätten und Lagerhalle der Manufaktur auf dem ehemaligen Alcatel-Gelände an der Gubener Straße standen 30 Zentimeter tief unter Wasser. Unter anderem Möbel aus 30 Restaurierungsaufträgen und in verschiedenen Phasen der Bearbeitung bekamen „nasse Füße“. Verloren sind die Truhen und Sekretäre, Tische, Schränke und Bänke nach Auskunft von Siga-Geschäftsführer Joachim Peters nicht. Jedoch müsse nun ein Trocknungsprozess einsetzen, anschließend die Arbeit an den Stücken wiederholt werden. „Das wirft die Arbeit in allen Bereichen drei bis vier Monate zurück“, erklärte Peters gestern. Der Vorsitzende der Siga, Rudolf Krewer, brachte die Situation finanziell auf den Punkt: „Wir müssen drei Monate Lohn zahlen, können aber keine Rechnungen schreiben.“
Auf Rücklagen zurückgreifen wie ein normales gewerbliches Unternehmen kann der Zweckbetrieb nicht. Und keinesfalls sollen die insgesamt 100 Beschäftigten auf ihren Lohn verzichten, bekräftigte Peters. Der Geschäftsführer: „Wir versuchen, die Sache anders über die Bühne zu kriegen, den Verlust mit anderen Siga-Standbeinen auszugleichen.“ Das allerdings wird schwierig. 70 bis 80 Prozent ihres Erlöses erzieht die gemeinnützige Siga mit Restaurierungsaufträgen. Rund 11 000 Euro an Aufträgen wären laut Peters in nächster Zeit rausgegangen. Das Geld bleibt nun erst einmal aus. Die Schadenssumme erhöht sich durch beschädigte Möbel, die noch nicht in der Bearbeitung waren und am Lager standen. Genau beziffern konnte Peters den Verlust noch nicht. Der Schaden an den Möbeln sei vielfach erst nach Ende der Trocknungsphase einzuschätzen. Peters: „In vier Wochen sehen wir klarer. Auf jeden Fall hat es uns das Hochwasser sauweh getan.“
Der Wasserhochstand erhöht nun außerdem die Betriebskosten.