Stadthagen
Der „Regent“ erinnert an Kirschen und JohannisbeerenFröhliche Tischrunden finden sich im Zelt zusammen. Foto: sk
Stadthagen (sk). Qualm ist am frühen Sonnabendabend hinter einer Mauer nahe am Mausoleum aufgestiegen. Die Feuerwehr rückte jedoch nicht an, dafür Frauen mit Backblechen. Etliche Gemeindemitglieder hatten Zwiebelkuchen vorbereitet, die nun in der Küche des Gemeindehauses in den Backofen wanderten.
Draußen vor dem Marie-Anna-Stift brutzelten die ersten Steaks und Würstchen auf dem rauchenden Grill. Nebenan entkorkten Helfer Weinflaschen: halbtrockenen, süffigen Müller-Thurgau vom Kaiserstuhl, würzigen Franken, Weißherbst, Spätburgunder und einen „Regent“ mit samtigen Geschmack, der an Kirschen und Johannisbeeren erinnert.
Zum Weinfest der Martini-Gemeinde strebten immer mehr Besucher. Abendsonnenschein tauchte die herbstliche Szenerie – Strohballen, Sonnenblumen und Kerzen im Glas hatte das bewährte Deko-Team arrangiert – in warmes Licht. Bänke und Bistrotische füllten sich, fröhliches Klönen und Genießen kam in Gang. Insgesamt fühlten sich rund 200 Gäste am Gemeindehaus wohl.
Oberprediger Klaus Pönnighaus freute sich, dass das Fest überhaupt über die Bühne gehen konnte; die Pflasterarbeiten rund um die Kirche waren ein Unsicherheitsfaktor gewesen. Der Erlös des Abends soll den Flutopfern in Pakistan zugute kommen.
„Schmeckt der Zwiebelkuchen?“ wollte eine Frau von ihrer Tischnachbarin wissen. Die Antwort stellte die Fragende zufrieden, die sich als Fabrikantin des würzigen Kuchens zu erkennen gab, aber anonym bleiben möchte. Ihre Zwiebelkuchenversion beinhaltete Kümmel. Dieser müsse „aber gar sein“. „Ich habe ihn mit den Zwiebeln geschmort“, erklärte die Lieferantin.
Zu den kulinarischen Genüssen gesellten sich musikalische und darstellerische. Der Posaunenchor der Gemeinde erntete Applaus ebenso wie eine Tanzgruppe unter der Leitung von Karin Bantje.