Rodenberg / Nenndorf

Neue Plattform für Kunstschaffende in Schaumburg

Rodenberg/Landkreis (nah). Künstler, die im oder für das Schaumburger Land arbeiten, erhalten ein neues Fundament. Soeben hat sich die „Projektgruppe Kunstetage“ als Nachfolgerin des Vereins „Schaumburger Künstler“ gebildet. Diese Gruppe löst sich nach 30-jähriger Existenz auf. Der Grund: Nach dem angekündigten Rücktritt der Vorsitzenden Bruni Lemme stand niemand für eine Nachfolge bereit.

Die Rodenbergerin, die seit 27 Jahren an der Spitze der hiesigen Kunstschaffenden steht, zog mit dem Verzicht auf die erneute Kandidatur eine persönliche Notbremse: „Der Verein hat es nicht geschafft, sich zu straffen und zu modernisieren.“ Es war auch mehr Kritik dabei: Etliche Mitglieder seien nicht bereit gewesen, notwendige Aufgaben zu übernehmen: Regelmäßig habe sie den Vorstand nicht komplettieren können. Zudem sah sie sich bei der Durchführung großer Veranstaltungen allein gelassen.

Deshalb geht Lemme jetzt einen neuen Weg – in vertrauter Umgebung. Vom Flecken Lauenau hat sie sich die Zusage eingeholt, die seit Jahren bewährten Ausstellungsräume im örtlichen Gewerbepark weiter nutzen zu dürfen. Gemeinsam mit dem Feggendorfer Klaus Burschel sowie derzeit weiteren zehn Personen betreibt sie die neue „Projektgruppe“ – stets nur für die Dauer eines Jahres, zwei Ausstellungen inbegriffen. Weil die Bilder- und Skulpturenschau im ersten Stock eines ehemaligen Fabrikgebäudes ihren Stammplatz besitzt, lag der Name der neuen Gemeinschaft auf Zeit nahe. Mit farblichen Unterscheidungen im Schriftzug ergeben sich sogar Wortspielereien: „Pro Kunst“ leuchtet es aus den Buchstaben neben den Worten „Gruppe“ und „Etage“ hervor.

Lemme sieht in der jetzigen Konstruktion Vorteile für alle Beteiligten. Interessierten wird die Mitgliedschaft wie auch der Ausstieg einfach gemacht. Die Projektgruppe hat mehr Klarheit über den Kreis der Teilnehmer – und die Möglichkeit, sich schneller von Personen zu trennen, die die mit der Mitgliedschaft verbundenen Pflichten nicht erfüllen.

Diese sind genau vorgegeben. Projektteilnehmer zahlen einen Kostenbeitrag und erklären ihre Mithilfe bei der Einrichtung der Ausstellung und den fälligen Aufsichtsdiensten. Für eine fünfwöchige Schau werden Novitäten verlangt; in einer vorweihnachtlichen Verkaufsausstellung können Arbeiten auch wiederholt gezeigt werden.

Die Aufnahmebedingungen haben sich in einem entscheidenden Punkt geändert. Es können sich künftig auch Künstler außerhalb Schaumburgs beteiligen. Sie müssen jedoch in jedem Fall ein anerkanntes Studium in einem Fach für Kunst, eine Ausstellungs- oder Publikationspraxis oder eine kontinuierliche eigenständige künstlerische Beschäftigung nachweisen.

Im Internet präsentiert sich Schaumburgs neue Künstler-Basis seit wenigen Tagen unter www.kunstetage-lauenau.de. Die Seiten ermöglichen nicht nur interessierten Bewerbern den Blick auf die geforderten Modalitäten. Besucher können sich über die nächsten Ausstellungstermine informieren und sich vorab einen Eindruck von den der Kunst vorbehaltenen Flächen verschaffen.

Für die Zeit vom 5. September bis 10. Oktober ist die nächste Ausstellung geplant. Sie wird auch künftig das Symbol tragen, das der verstorbene Lauenauer Grafiker Frank Berger einst für die erste regionale Künstlervereinigung entwickelt hatte: Der symbolisierte Eingang zum Torhaus der Schaumburg soll auch für die „Projektgruppe Kunstetage“ Logo bleiben.

Artikel vom 07.03.2010 - 23.00 Uhr
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