Rodenberg / Nenndorf

Gemeinde Messenkamp geht ein Licht auf

Andreas Prietzel zeigt unterschiedliche Leuchtkörper. Wolfgang Schiefer, Karl Minne Braaksma und Hans-Jürgen Müller von der Messenkämper SPD sehen ihm zu. Foto: bab

Messenkamp (bab). Dem Gemeinderat ist ein Licht aufgegangen, dass auch anders gespart werden kann als durch die Abschaltung der Straßenlaternen. Die Beleuchtung wird nun nachts wieder eingeschaltet. In der Sitzung berichtete E.on-Avacon über Einsparpotenziale.

Der Wunsch vieler Messenkämper, die dafür unterschrieben haben, das Licht in den Straßen nachts wieder anzuschalten, wird sich erfüllen. SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Müller, der einen entsprechenden Fünf-Punkte-Antrag im Rat einbrachte, betonte, dass es „kein Populismus“ sei, wenn die Fraktion ihre ursprüngliche Haltung zu dem Thema aufgebe. Denn es sei lediglich darum gegangen, Geld einzusparen. Wenn dies auch auf anderem Wege gehe, könnten die Lampen nachts auch wieder leuchten. Lediglich Wolfgang Schiefer (SPD) und Udo Meyer (CDU) blieben bei ihrer Haltung, nachts abzuschalten.

„Man spart ja dann auch weiter, selbst wenn die Kosten niedriger werden“, argumentierte Meyer. Schiefer war auch die gesundheitliche und die ökologische Seite wichtig. Er zitierte wissenschaftliche Untersuchungen, nach denen der Schlaf ohne Lichteinfall wesentlich gesünder für den Menschen sei. Außerdem gehe es um CO2-Einsparung.

Bevor die Gemeinde jedoch Geld spart, muss zuerst investiert werden. Ein Punkt des SPD-Antrags sieht deshalb vor, 46 Quecksilberdampflampen umzurüsten auf sparsamere Natriumdampflampen. Zwei kaputte Lampen werden erneuert, was zusammen rund 8000 Euro kostet. Von den 120 Leuchten in Altenhagen II und Messenkamp laufen die anderen bereits über die effizientere Technik mit Natriumdampf. Drei Leuchten sind sogar Energiesparlampen.

Der stellvertretende Gemeindedirektor Jörg Döpke schlug mit Blick auf die Unterhaltungskosten vor, bei der Umrüstung auch die Leuchtmittel in den vorhandenen Natriumlampen zu ersetzen. „Dann fahren wir die nächsten Jahre effektiver.“ Dies war auch Teil von Müllers Antrag, der einstimmig angenommen wurde. Die Gemeinde hofft, mindestens vier Jahre Ruhe zu haben. Die Kosten dafür schätzte Döpke auf weitere 20 bis 25 Euro pro Leuchte.

Andreas Prietzel von E.on-Avacon hatte dem Rat am Anfang der Sitzung detailliert die technischen Eckdaten und die Möglichkeiten zur Umrüstung geschildert. Der Energiekonzern hatte sich den Bestand in beiden Orten angeschaut. „Sie stehen ganz gut da“, hatte Prietzel ermittelt. Die Beleuchtung sei ziemlich einheitlich und zum großen Teil noch nicht so alt. Er rechnet damit, dass die neuen Natriumleuchtmittel 15 Prozent weniger Energie verbrauchen.

Ob der Stromversorger E.on allerdings Partner im Umrüstungsprozess wird, soll eine Ausschreibung ergeben. Bei diesem Punkt des SPD-Antrags herrschte ebenfalls Einstimmigkeit. Auch regionale Handwerker sollen die Chance bekommen, die Umstellung der Lampen zu übernehmen. Offengelassen wurde der letzte Punkt des Antrags, nach dem geprüft werden sollte, ob es weitere technische Einspar-Möglichkeiten wie Dimmung gibt.

Artikel vom 07.03.2010 - 23.00 Uhr
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