Rodenberg / Nenndorf

Angemeldet, unvollendet – das weiße Feuerwehrauto

Messenkamp (nah). Das weiße Auto der Feuerwehr erregt die Gemüter in Messenkamp. Obwohl es bereits seit Monaten zugelassen ist, kann die Feuerwehr es nicht nutzen. Die für Einsatzfahrzeuge übliche rote Lackierung fehlt ihm – und der Feuerwehr das Geld für die Erledigung.

Am Rande der Jahresversammlung wurde das Problem nur erwähnt, obwohl es hinter den Kulissen deutlich brodeln soll. Denn der ehemals im Katastrophenschutz eingesetzte Kleinbus ist schon vor einem Jahr gekauft worden – finanziert aus der Kameradschaftskasse und aus einer Haussammlung. Allein an Spenden sei „ein vierstelliger Betrag“ zusammengekommen, wollte Ortsbrandmeister Tobias Komossa auf Anfrage nur verraten. Die Höhe des Kaufpreises gab er ebenfalls nicht preis. Es sei aber „ein guter Kauf“ gewesen, der „schnell passieren musste“.

Weit ausführlicher schilderte er den Grund, warum das Gefährt auch nach einem Jahr noch immer nicht seinen Zweck erfüllen könne. „Alles ist fertig“, verweist er auf erledigte Reparaturen und den von eigenen Leuten veranlassten Innenumbau. „Es gibt nur Schwierigkeiten mit der Lackierung.“

Einen „Feuerwehrpreis“ habe man bei einer Fachfirma erzielen wollen – und dafür schon eine Zusage erhalten. Doch diese sei zurückgezogen worden. Folglich mussten Kommandomitglieder erneut auf die bislang vergebliche Suche gehen: „Wir haben eben nur ein Budget zu Verfügung, das wir nicht überschreiten konnten und wollten.“ Wann nun der Wagen offiziell für die Feuerwehr rollen kann, ließ Komossa offen: „Dann dauert es halt länger.“ Kritik daran will er nicht gelten lassen: „Wir haben eben keine 10 000 Euro, wie andere Feuerwehren sie ausgeben können.“ Dass der Kleinbus aber bereits eine Zulassung erhielt, sei notwendig gewesen. Schließlich habe er für Reparaturarbeiten in eine Werkstatt gebracht werden müssen. Und auch auf Messenkämper Straßen ist er schon unterwegs gewesen – von einem Stellplatz auf einem Bauernhof zum nächsten.

Gemeindebrandmeister Jürgen Wilkening sieht die Messenkämper Anschaffung nach dem Beispiel zahlreicher anderer Feuerwehren im Samtgemeindegebiet grundsätzlich positiv: Kinder und Jugendliche könnten sicher und vom Spritverbrauch her preiswerter transportiert werden. Zudem bleibe „das große Einsatzfahrzeug am Standort“. Auch lobt er den Eifer der Aktiven bei Ausbildung und Übungsdiensten. Doch die Inbetriebnahme des Fahrzeugs hätte schon schneller erfolgen müssen: „Dieser Vorwurf bleibt der Feuerwehr nicht erspart.“

Artikel vom 03.02.2012 - 00.00 Uhr
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