Rinteln

Zum 200. Geburtstag nimmt der alte Park langsam wieder Formen an
Exten (mld). Ein „geöffneter Garten“ soll es sein, einer der wenigen Gartenanlagen in der Region ist es, der noch viel von seiner ursprünglichen Geschichte erzählen kann: Anlässlich des 200. Geburtstages der Orangerie in Exten wird Hausherr Dietrich von Blomberg im August ein Gartenfest auf die Beine stellen. Dazu laufen die Vorbereitungen schon auf Hochtouren.
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Gerade hat der Hausherr, der 1989 die damals verfallene Orangerie mit Unterstützung der Stadt Rinteln und des Landes wieder hergerichtet hat, die geschwungenen Gartenwege neu kiesen und walzen lassen, damit die etwa 400 Jahre alte Gartenkunst beim Fest im August richtig zur Geltung kommen kann.

Von Blomberg lobt die „ideale Organisation“ des Festes, Bauer Hartmut Giese wird die Gäste auf einer an die Orangerie-Anlage angrenzenden Wiese parken lassen. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz wird Schirmherr der Veranstaltung sein.

1810 wurde die Orangerie erbaut, als Rinteln einen französischen Bürgermeister hatte. „Gegärtnert wird hier aber schon seit über 1000 Jahren“, sagt von Blomberg – Exten sei schließlich eines der ältesten Dörfer der Region. Im 16. Jahrhundert, erzählt er weiter, erreichte die Gartenkunst das Dorf, rund um das benachbarte Rittergut entstand eine barocke Parkanlage mit Grachten in typischen teils geschlungenen, teils geometrischen Formen, später kam rund um die Orangerie ein kunstvoll angelegtes Wegenetz hinzu.

Auf diesen Wegen sollen die Gäste des Gartenfestes, das vom 27. bis zum 29. August stattfindet, wandeln. Von Blomberg hat bereits genaue Vorstellungen: Der Eingang wird das historische Parktor sein mit Blick auf das Rittergut, bevor man nach rechts abschwenkt, wo das „Geburtstagskind“, wie der Freiherr die Orangerie nennt, warten wird. Dass kein hohes Standzelt die Sicht auf das 200 Jahre alte Gebäude verdeckt, darauf will von Blomberg achten.

Für die Besucher des „jardin ouvert“, des „geöffneten Gartens“, wird es viel zu sehen geben: Stände mit Mode, Accessoires, Geschenkideen, Gartenmöbeln und Lifestyle-Produkten, Köche werden kulinarische Köstlichkeiten zaubern, Gärtnereibetriebe werden sich vorstellen, es gibt Blumenarrangements zu sehen, am Teich wird es ein Café geben, vor der Orangerie wird eine Bühne aufgebaut. Bisher haben 52 Aussteller fest zugesagt, eventuell kommen noch bis zu 20 hinzu, sagt von Blomberg.

Für Antiquitätenfans werden der Rintelner Wertermittler Volker Buck und der Hamburger Kunsthändler Werner Kittel Schmuck und Antiquitäten besprechen und taxieren. Bilder der Stücke können vorab eingeschickt oder einfach zum Fest mitgebracht werden. Und wer ein Stück aus dem Jubiläumsjahr 1810 mitbringt, den erwartet eine Überraschung, kündigt von Blomberg an.

Es wird zwei Sonderthemen auf dem Fest geben: „Slow Food“, eine Organisation, die sich dem bewussten Konsum traditionell hergestellter und regionaler Lebensmittel verschrieben hat und für das Gartenfest eine eigene „Piazza“ mit Ständen rund ums Thema bekommen soll, und ein Gartendesign-Wettbewerb.

Noch muss das Gras an einigen Stellen kräftig wachsen, „bisher war es wohl zu kalt“, so der Freiherr. Die Stadtwerke müssen außerdem noch einen Stromanschluss in der Anlage verlegen, der die zahlreichen Aussteller und deren Geräte auch aushält.

Doch diese Vorbereitungen sollten, sieht man sich die lange Geschichte der Orangerie an, eine Kleinigkeit sein.

Informationen: Weitere Informationen gibt es unter www.orangerie-exten.de.
Artikel vom 03.05.2010 - 18.44 Uhr

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