Rinteln
Wo bleibt der Mut?Von Christiane Riewerts
Auch wenn es den Vereinen in der Seele weh tut: Die Einführung der Hallengebühren ist richtig. In Zeiten derart prekärer Finanzen kann die Stadt nicht auf Einnahmen verzichten, die in anderen Kommunen längst üblich sind. Rintelns Vereine dürfen aber nicht das Gefühl haben, als Alibi einer ausbleibenden Sparpolitik herhalten zu müssen – die Hallengebühren sollten im Gegenteil erst der Anfang sein. Rintelns Rats-politik braucht noch viel mehr Mut zum Sparen. Warum trauen sich die Politiker nicht, die Ortsräte abzuschaffen? Beinahe könnte man Besitzstandswahrung von Stadtpolitikern für Dorfpolitiker vermuten – oder braucht ein Flecken mit ein paar hundert Einwohnern wirklich ein eigenes Dorfparlament? Die Gemeinde Auetal lebt mit ihren Ortsvorstehern positiv vor, wie es deutlich günstiger gehen kann: Bürgernähe funktioniert auch für 70 000 Euro weniger. Wer bei den Hallengebühren A sagt, muss bei den Strukturen in den Ortsteilen B sagen – außer den Ortsräten gehören auch Feuerwehren und Dorfgemeinschaftshäuser dazu.
Es gibt viel zu tun. Und diesen Prozess des Sparens werden wohl nicht zuletzt Rintelns Vereine mit Argusaugen verfolgen.