Rinteln
Nach sieben Jahren bekäme Rinteln sogar GewerbesteuerRinteln (dil). Der Landkreis Hameln-Pyrmont schickt sich an, zu 100 Prozent CO2-neutral werden zu wollen, auch in Rinteln wird viel für die erneuerbaren Energien und den Klimaschutz getan. Dass Rinteln jetzt Vorranggebiete für Windkraft ausweisen will, begrüßt der BUND Hameln-Pyrmont ausdrücklich.
Da aber beabsichtigt ist, im Wesertal zu bauen, wo ja Schaumburger Land und Hameln-Pyrmonter Gebiet eine landschaftliche Einheit bilden, nimmt der BUND kreisübergreifend Stellung: „Drei Windräder im Wesertal bei Fischbeck haben wirtschaftliche Probleme, zu wenig Wind.
In Hessisch-Oldendorf drehen sich bei Hemeringen vier kleine Räder im Wind, die aber nur wirtschaftlich sind, weil sie direkt vom Hersteller besonders effektiver getriebeloser Windräder betrieben werden. Wir halten ein Windvorranggebiet bei Westendorf für kontraproduktiv. Die Lage im Tal erfordert sehr hohe und teure Nabenhöhen. Dies wirkt sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit und die Akzeptanz aus.“
Wenn man die Energiewende wirklich wolle, müsse man die Menschen mitnehmen, betont Rainer Sagawe, klimapolitischer Sprecher des BUND Hameln-Pyrmont. „Wenn hier ohne Not sehr große Räder ins Tal gebaut werden, fordert das den Widerspruch der Menschen heraus. Windkraft ist aber für die Energiewende unverzichtbar, und wir sollten deshalb alles tun, um die Akzeptanz für Windkraft zu erhöhen.“
Eine alte Aufnahme der Bockwindmühle von Goldbeck, die 1934 abbrannte, zeige ein bis dahin weit sichtbares Wahrzeichen der hiesigen Region und beliebten Ausflugspunkt. Goldbeck hingegen käme mit niedrigeren Türmen aus, da hier ein Wind weht, der mit Küstenwind zu vergleichen ist. Sagawe: „Unsere Vorfahren wussten das auch schon und haben hier oben seit dem 18. Jahrhundert Windmühlen betrieben. Rat und Verwaltung der Stadt Rinteln würden gut daran tun, an diese Tradition anzuknüpfen und diesen Standort auch für die Nutzung moderner Windenergie zuzulassen. Die vorzunehmende Teilaufhebung des Landschaftsschutzes erscheint uns im Sinne eines effektiven Klimaschutzes gerechtfertigt.“
Durch die auf der Höhe zu erzielenden wesentlich höheren Erträge werde eine schnellere Amortisation erreicht, was bedeute, dass Rinteln nach etwa sieben Jahren in den Genuss von Gewerbesteuer käme, und zwar von wesentlich mehr Gewerbesteuer als von Rädern in Tallagen zu erwarten ist, erklärt Sagawe.
Die Bockwindmühle von Goldbeck (1934 abgebrannt) in einer alten Ansicht.Archiv/Repro: gp