Rinteln
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Kinderpornografie: Über 4000 Dateien geladen?

Vor Gericht: 50-Jähriger soll auf Schuldfähigkeit untersucht werden / Angeklagter relativiert Vorwürfe

Rinteln (maf). In einem Sexualstrafverfahren muss sich nun ein 50 Jahre alter Rintelner wegen Sichverschaffens und Besitzes von kinderpornografischen Schriften verantworten.

Dem Rentner wird angelastet, er habe sich über seinen Internetzugang mit Hilfe seines PCs im Chat-Bereich beziehungsweise in Newsgroups und Tauschbörsen des Internets diverse Video- und Bilddateien von anderen Internetteilnehmern übermitteln lassen. Darauf soll unter anderem der sexuelle Missbrauch von Mädchen und Jungen unter 14 Jahren durch Erwachsene zu sehen sein.

Am 13. April 2008, so der Vorwurf, speicherte der Mann auf dem PC 4253 Dateien mit derartigen Bildern und 73 entsprechende Videodateien.

Im Januar 2011 erfolgte bei dem Angeklagten eine Wohnungsdurchsuchung wegen einer anderen Sache. Dabei wurden auf einem Datenträger weitere 486 Dateien mit derartigen Bildern und fünf Dateien mit entsprechenden Bildfolgen gefunden, die er dort gesammelt hatte.

Zum Prozessauftakt relativierte der Rintelner die Vorwürfe. Er habe nur mal im Internet rumgesurft, alles Mögliche angeklickt und runtergeladen. „Wie einer Briefmarken sammelt, so habe ich Dateien gesammelt“, äußerte der Mann vor Gericht.

Demnach will der Angeklagte diese kinderpornografischen Dateien quasi zufällig runtergeladen haben. Und er gab auch an, Dateien gelöscht zu haben.

Offenbar ist der Angeklagte seit langem psychisch krank. Deshalb soll ein medizinisches Sachverständigengutachten über seine Schuldfähigkeit eingeholt werden. In einigen Monaten wird der Prozess somit noch einmal von vorn beginnen.

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