Rinteln
Auf dem Weg zu barrierefreiem TourismusRinteln (jaj). „Tourismus für Alle“ lautet das Motto, das sich Rinteln für die nächste Saison auf die Fahnen geschrieben hat. Vor allem Menschen mit Handicap sollen dann verbesserte Urlaubsmöglichkeiten in der Weserstadt und der Weserberglandregion vorfinden. Seit Anfang des Jahres läuft dazu das Leader-Projekt „Barrierefreier Tourismus im westlichen Weserbergland“, erste Erfolge sind schon jetzt zu erkennen.
So sorgte das Angebot von „Kanutouren für Menschen mit Handicap“ weit über Rinteln hinaus für Aufsehen. „Ich habe viele Anfragen, vor allem von verschiedenen Medien bekommen“, erzählt Rintelns Tourismusmanager Matthias Graebner, der selbst von dieser Resonanz überrascht war. „Eigentlich befindet sich das Leader-Projekt, an dem auch die Kommunen Auetal, Aerzen, und Hessisch Oldendorf mitarbeiten, zurzeit noch in der Planungsphase.“ Im Moment werde von Experten analysiert, wo die Barrierefreiheit gestört ist, und wie man mit einfachen Mitteln eine Verbesserung der Situation erreichen kann.
Dabei müssen es nicht immer große Investitionen sein, oft reiche schon ein kleiner Hinweis aus, um die Situation zu verbessern. „Im neuen Flyer der Schaumburg ist zum Beispiel ein Behindertenparkplatz ausgewiesen“, veranschaulicht Graebner solch kleine Verbesserungen. „Am wichtigsten ist, dass Menschen, die eine Einschränkung haben, genau die Informationen erhalten, die sie benötigen.“
Dafür soll zum einen ein Handbuch für den internen Gebrauch erarbeitet werden, in dem zum Beispiel die Mitarbeiter der Touristinformation schnell und unkompliziert nachschlagen können, welche Sehenswürdigkeit genau die Voraussetzungen bietet, die der jeweilige Tourist benötigt. Zum anderen soll auch das Reisejournal, die Tourismusbroschüre der Region, um Informationen über die Zugänglichkeit touristischer Angebote ergänzt werden.
Die erwartete Nachfrage nach entsprechenden Angeboten ist beachtlich. Denn nach aktuellen Studien ist die Barrierefreiheit für zehn Prozent der Bevölkerung unentbehrlich, für 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel. Für eine Region wie das Weserbergland wäre es also auch ökonomisch interessant, wenn sie möglichst viele dieser Touristen dazu bewegen könnte, ihren Urlaub hier zu verbringen. Generell müsse man das Angebot dafür nicht verändern, sondern lediglich verfeinern. „Eingeschränkte Personen haben eigentlich dasselbe Freizeitverhalten wie andere“, weiß Graebner. Die Kommune müsse daher keine neuen Gastronomie- Kultur- oder Freizeitangebote schaffen, sondern lediglich sicherstellen, dass die vorhandenen Angebote auch von der gewünschten Zielgruppe genutzt werden können. „Oft reicht dazu schon ein Hinweisschild oder eine kleine Rampe.“
Im Moment sind barrierefreie touristische Ziele in der Region Weserbergland nur vereinzelt vorhanden. Neben den Kanutouren gibt es die Rolli-Draisine und die Schillat-Höhle. Graebner: „Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir 2011 ein verbessertes barrierefreies Tourismusangebot präsentieren können.“