Obernkirchen

Wie einst Felix: Den Pott zum Himmel recken

Obernkirchen (rnk). Es gibt Sportgeschichten, die werden von der Erinnerung verklärt, je weiter sie zurückliegen. Und es gibt Momente, die bleiben auf ewig klar im Gedächtnis. Der Abend im Athen 1983 wird so einer werden. Aber anders, als es Juventus Turin erwartet. Juve ist im Endspiel gegen den deutschen Meister Hamburger SV haushoher Favorit, schließlich hat Italien ein Jahr zuvor die WM gewonnen, gegen Deutschland, mit 3:1, gegen Spieler also, die in diesem Endspiel um den Europapokal der Landesmeister für den HSV auflaufen. Juventus Turin, das ist Dino Zoff im Tor, die anderen Weltmeister im Team heißen Gentile, Scirea, Cabrini, Tardelli und Rossi. Und im Mittelfeld zieht Michel Platini die Fäden, der damals größte aller Fußball-Regisseure.

Es wird aber der Abend eines Deutschen, der im Trikot der Hamburger spielt, es wird der Abend des Felix Magath: Sein Tor in der 9. Minute entscheidet das Endspiel, Präsident Boniperti soll ihm später unter vier Augen seine ganz spezielle Sympathiebekundung überbracht haben: „Verflucht sei der Tag, an dem du geboren bist!“ Schön war auch die Einschätzung der Corriere dello Sport: „Die augenblickliche deutsche Nationalelf ist schwächer als der HSV!“

Zugegeben, das ist lange her, aber wer einmal wie Felix Magath den Europapokal der Landesmeister in den eigenen Händen halten will, der hat im Sommer dazu Gelegenheit: im Rahmen einer Ausstellung wird der riesige Pott auch in Obernkirchen gezeigt: in der Sparkasse. Dort kann sich jeder mit dem Europapokal fotografieren lassen.

Allerdings erst in der dritten Woche der Ausstellung. In der ersten Woche steht dort die Meisterschale, mit der man sich fotografisch für die Nachwelt festhalten lassen kann, in der zweiten Woche geht das gleiche mit dem DFB-Pokal, den der HSV zuletzt vor 25 Jahren gewann. Das Fotoshooting ist in jeder der drei Wochen an einem noch festzulegenden Tag. Gezeigt werden in dieser Ausstellung allerdings nicht nur die Trophäen, sondern viele Exponate aus dem HSV-Museum. Eröffnet wird die Ausstellung am 7. Juli.

Und das passt gut, denn gefeiert werden soll das Jubiläum des Fan-Clubs „Blauer Stern“ und des Hamburger Sportvereins an diesem Samstag, 7. Juli, vor allem mit einem HSV-Familientag; nicht nur für die Fans, sondern für alle Kinder und Erwachsenen, kündete Fan-Club-Vorsitzender Uwe Rennekamp an. Von 11 bis 18 Uhr gibt es Aktionen, möglicherweise kommen auch ein bis zwei aktuelle HSV-Spieler vorbei, um Autogramme zu geben und das eine oder andere Gespräch mit den Fans zu führen, musikalisch wird der recht populäre HSV-Elvis zwei Sets spielen, mit einer weiteren Band wird noch verhandelt. Auch der HSV-Botschaftswagen und der HSV-Fanartikelbus sollen ihre Aufwartung im Herzen der Stadt machen.

Geplant ist weiterhin eine Fahrt nach Hamburg, Start ist am 28. September, noch steht aber nicht fest, ob sie drei oder vier Tage dauern wird. Das Datum ist keinesfalls zufällig ausgewählt. Es ist das Wochenende, an dem in der Hansestadt das zentrale HSV-Jubiläum gefeiert wird.

Auch für die Kinder gibt es von Fan-Club und HSV ein Geschenk, das keiner vergessen wird - vorausgesetzt, das Losglück ist einem hold. Denn noch in der Hinrunde 2012/2013 soll es eine Busfahrt zu einem Hamburg-Spiel geben, bei dem für die Kinder und Jugendlichen alles frei ist: Busfahrt, Eintritt, Essen. Nur eine Einschränkung gibt es: Es muss aus rechtlichen Gründen ein Elternteil mitfahren, der zudem auch seine Eintrittskarte zahlen müsste. Das Spiel, so Rennekamp, wird vom HSV vorgegeben. Und von den Kindern und Jugendlichen, die mitfahren, werden im Bus auf der Hinfahrt acht ausgelost, die an diesem Samstag mit dem HSV auflaufen werden. Bei der Frage, ob es für die Jugendlichen eine Altersbegrenzung für diese Fahrt geben würde, verwies Rennekamp auf den ehemaligen Spieler Piotr Trochowski: Nicht größer als dieser dürften sie sein.

Wer seinen Sprössling vor der Fahrt vermessen möchte: Piotr Trochowski misst laut Wikipedia-Seite 1,69 Meter.

Übrigens: Dass der HSV acht Kinder über den Fan-Club bei der Hand nimmt und mit ihnen aufläuft, ist keinesfalls selbstverständlich und spricht eindeutig für die guten Kontakte von Rennekamp zum Verein: Die Zahl der Kinder, die über derartige Anfragen mit den Stars auflaufen wollen, beziffert er auf rund 10 000.

Artikel vom 17.01.2012 - 00.00 Uhr
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